Die Teile liegen versandfertig in Bolivien, doch die Verschiffung lässt auf sich warten: Sieben Monate vor dem geplanten Start der Schilfboot-Expedition «Abora IV» hat deren Leiter Dominique Görlitz mit unerwarteten Problemen zu kämpfen. Die Ausfuhr der Komponenten für den Steinzeit-Segler gestaltet sich schwieriger als bei drei ähnlichen Missionen zuvor. Und in Russland muss der Experimental-Archäologe aus Chemnitz nach eigenen Angaben überraschenderweise eine «Genehmigung zur Durchführung von Meeresforschung» einholen.
Die Expedition «Abora IV» soll vom russischen Sotschi über Varna (Bulgarien), Istanbul und Athen bis nach Kreta (Griechenland) führen. Mit dem Segeltrip will Görlitz prähistorische Handelsrouten aufzeigen.
«Mit den eigenen Arbeiten sind wir voll im Plan. Wir kämpfen mit dem Amtsschimmel», sagte Görlitz. Er und seine Mitstreiter erlebten nun, was einem Unternehmer drohe, der bereit sei, im Ausland zu investieren.
Den Erschwernissen zum Trotz ist der 52-Jährige davon überzeugt, mit seiner vierten Mission wie vorgesehen auf Fahrt zu gehen. «Ich löse das», betonte er. «Wir tun alles dafür, dass wir im Juni 2019 ablegen dürfen.» Dafür verhandele er fast täglich mit den Behörden und Institutionen sowohl in Bolivien als auch in Russland sowie mit deutschen diplomatischen Vertretungen.