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Wohnungsunternehmen: In der Energiekrise allein gelassen

Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Sachsen sieht seine Mitglieder in der drohenden Energiekrise im Stich gelassen. Am Freitag entzündete sich die Kritik am neuen Energiesicherungsgesetz. Der Verband sprach von «warmen Worten statt warmen Wohnungen». Das Gesetz stütze ausschließlich Energieunternehmen, ohne deren Einkaufsstrategie zu hinterfragen, und wälze die Kosten allein auf die Wohnungswirtschaft und die Mieter ab, erklärte der Verband in einer Stellungnahme. Die Reform des Gesetzes erlaube es Energieversorgern, die signifikant gestiegenen Gaspreise viel einfacher an die Kunden weiterzureichen, sollte es zu einer weiteren Verknappung kommen.

«Schon jetzt werden die Energieversorger eine Preissteigerung der Fernwärmekosten der Immobilienwirtschaft in Rechnung stellen, allein in Dresden um 300 Prozent», hieß es. Gerade die Wohnungsunternehmen würden damit noch mehr in eine extreme «Sandwichposition» gedrängt, da sie das Inkassounternehmen der Energieversorger seien und im ungünstigsten Fall - etwa bei Zahlungsunfähigkeit der Mieter - auf den Kosten sitzen blieben. «Ganz konkret bedeutet das beispielsweise für ein Wohnungsunternehmen, mit 1000 Wohneinheiten 1,4 Millionen Euro Mehrkosten vorzufinanzieren und für den Mieter einer klassischen Durchschnittswohnung 1440 Euro mehr pro Jahr. Wer soll das finanziell stemmen?», fragte Verbandsdirektor Rainer Seifert.

Durch das neue Gesetz seien nicht die Mieter, sondern die Energieversorger geschützt, hieß es weiter. Das gesamte Energie- und Preisrisiko trage damit die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. «Genauso wie der Staat die Energieversorger schützt, muss er zeitgleich auch die Mieter schützen. Denn es geht nicht nur um wirtschaftliche, sondern es muss ihm auch und vor allem um menschliche Existenzen gehen», betonte Seifert.

Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Sachsen vertritt knapp 130 Wohnungsunternehmen, die mit mehr als 300.000 Wohnungen fast ein Viertel der Mietwohnungen im Freistaat im Bestand haben.

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