Spätfröste und Trockenheit haben den Winzern in Sachsen im vergangenen Jahr weniger Ertrag beschert. Wie der Weinbauverband am Donnerstag mitteilte, lag die Erntemenge im vergangenen Jahr bei rund 21 100 Hektolitern. Das sind etwa 4000 Hektoliter weniger als 2019. «Dafür ist die Qualität hoch, in manchen Lagen so besser als im Vorjahr», so der Verbandsvorsitzende, Frank Neupold. Das mache sich etwa bei den Mostgewichten bemerkbar.
Verluste hätten die Winzer vor allem durch den späten Frost im April und Mai verbucht sowie durch Hagelschäden. Weil es im vergangenen Jahr zu trocken war, mussten vor allem die Winzer in den Steillagen zusätzlich bewässern.
«Kleinere Mengen, höhere Qualitäten», fasste Sprecher Martin Junge vom Staatsweingut Schloss Wackerbarth den aktuellen Weinjahrgang zusammen. Die Winzer lasen 2020 rund ein Viertel weniger Trauben als im Jahr zuvor. In manchen Lagen - etwa auf den Weinbergen in Weinböhla - lagen die Verluste bedingt durch Spätfröste und Trockenheit bei rund 50 Prozent. Durch kontrollierte Weinbergsfeuer in besonders kalten Nächten habe man einen Totalausfall auf den besonders gefährdeten Rebflächen verhindern können, hieß es. Nun hofften die Winzer, dass die Reben den aktuellen Frost gut überstehen. «Dabei hilft auch der Schnee. Er wirkt wie eine Isolationsschicht und hält die Füße der Reben warm», so Junge.