Die sächsischen Bauern erwarten angesichts der Trockenheit eine dürftige Ernte. Man sehe mit sorgenvollen Blicken auf die diesjährigen Ergebnisse, sagte Bauernpräsident Torsten Krawczyk am Freitag in Kotten (Landkreis Bautzen). «Wir gehen davon aus, dass die Ernte deutlich schlechter ausfällt als im Vorjahr.» Sie werde sich vermutlich auf dem Niveau von 2019 und 2020 bewegen. Ein großes Problem sei die Futterversorgung. Das Grünland komme mit der Trockenheit schlecht zurecht, Futtermittelpreise seien stark gestiegen.
Aus diesem Grund forderte der Bauernverband Sachsens Agrarminister Wolfram Günther (Grüne) auf, sogenannte AUKM-Flächen zur Nutzung für Grünland freizugeben. Das Kürzel steht für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen. Krawczyk: «Wir brauchen sämtliche Flächen mit Nutzungsbeschränkungen zur Futterversorgung unserer Tiere.» Schon heute suchten Landwirte verzweifelt nach Futter für ihre Tiere und verwendeten bereits die für den kommenden Winter gedachten Vorräte.
Nach Angaben des Bauernverbandes sind die Winterkulturen in weiten Teilen Sachsens etwas besser weggekommen als die Sommerkulturen, da sie noch von Niederschlägen aus dem Herbst und Winter profitieren konnten. Die Bestände an Sommergetreide sähen dagegen sehr schlecht aus, sagte Krawczyk. «Insgesamt werden wir in Sachsen eine unterdurchschnittliche Ernte einfahren. Dabei dürfte die Wintergerste noch die Kultur sein, die die geringsten Ertragseinbußen hat.»