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Tarifrunde im Einzelhandel: Streikaktionen ab Juni denkbar

Eine Frau hält auf einer Streikkundgebung eine Fahne der Dienstleistungsgwerkschaft Verdi in der Hand. Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild
Eine Frau hält auf einer Streikkundgebung eine Fahne der Dienstleistungsgwerkschaft Verdi in der Hand. Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild

Verdi rechnet in der anstehenden Tarifrunde im Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit kräftigem Gegenwind. Warnstreiks schließt die Gewerkschaft nicht aus. «Erste Andeutungen wiesen auf eine komplizierte Runde hin», betonte der Verdi-Verhandlungsführer, Jörg Lauenroth-Mago, am Dienstag. Ende Mai ende die Friedenspflicht, erste Streikaktionen seien im Juni denkbar.

Verdi will mit einer Forderung von 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in die Tarifrunde für die rund 280 000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gehen. Zusätzlich soll es einen Zuschlag von 45 Euro im Monat geben. Außerdem verlangt die Gewerkschaft ein Mindestgehalt von 12,50 Euro pro Stunde.

Die Gesamtbranche boomt, erläuterte Lauenroth-Mago. «In Sachsen stieg der Umsatz im Vorjahr um 7, in Sachsen Anhalt um 5 und in Thüringen um 4,8 Prozent.» Profiteure seien demnach vor allem der Versand- und Onlinehandel, der Lebensmittelhandel sowie Baumärkte und der Möbelhandel. «Gut zwei Drittel des Handels profitiert von den Umsatzsteigerungen.» Dagegen leide der Textilhandel und das inhabergeführte Unternehmen in der Innenstadt, wenn diese keine Online-Angebote entwickelt haben.

Der Tarifvertrag für die rund 280 000 Beschäftigten im Einzelhandel der drei Bundesländer war zum 31. Mai gekündigt worden. Die Verhandlungen sollen in der zweiten Maihälfte beginnen. Die Arbeitgeber hatten die Verdi-Forderung als «realitätsfremd» abgelehnt.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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