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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Studie zu Unternehmensgründungen: Fachkräfte gesucht

Sachsen betrachtet sich gern als Gründerland. Tatsächlich gab es hier wie anderswo in Ostdeutschland nach der Wende eine wahre Gründerzeit. 30 Jahre später fehlt vielen Neugründungen aber das passende Personal.

Sachsen Wirtschaftsministerium hat erstmals mit einer Studie die Gründerszene genau unter die Lupe genommen und dabei auch Bedarfe abgefragt. Demnach sehen mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Start-ups die Gewinnung von Fachkräften als große Herausforderung, erklärte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Dienstag in Dresden. Der Studie zufolge werden vor allem Personen mit einem Hochschulabschluss im IT- und Informatik-Bereich, in den Ingenieurwissenschaften, technischen Fachrichtungen und in Wirtschaftswissenschaften gesucht. In den kommenden Jahren werde der Bedarf an ihnen, aber auch an Facharbeitern steigen, hieß es.

«Sachsen ist ein Gründerland im urbanen wie im ländlichen Raum», sagte Dulig. Die Szene sei «voller Dynamik.» Die prozentual meisten Unternehmensgründungen habe es im Freistaat seit 2011 in den Großstädten Leipzig (32,8 Prozent) und Dresden (30,7 Prozent) gegeben, dahinter rangierte Chemnitz (8,4 Prozent). Der Anteil aller Gründungen in den Landkreisen betrage rund 28 Prozent. Unterm Strich sei aber nicht die Anzahl der Gründungen entscheidend. «Klasse statt Masse», sagte Dulig. Viel mehr als auf die Zahl komme es auf Nachhaltigkeit, Innovationskraft und Wachstumspotenzial an.

Es sei Zeit für eine neue Gründergeneration, sagte Dulig. Inzwischen habe sich auch die Motivation der Firmengründer geändert. In den 1990er Jahren seien Gründungen oft aus der Not geschehen. Damals seien viele Menschen entlassen worden. Die Motivation für eine Gründung hänge heute viel stärker mit einem Verantwortungsgefühl und Engagement für Nachhaltigkeit und soziale Fragen zusammen.

Die Studie brachte zutage, dass 860 von etwa 1200 Start-ups, die zwischen 2011 und 2019 ins Handelsregister eingetragen wurden, auch 2011 noch existierten. Die meisten Gründungen seien hierbei im Bereich Information und Kommunikation 57 Prozent erfolgt. Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen stehen mit einem Anteil von 26 Prozent zu Buche. 18 Prozent der Neugründungen zählen zum verarbeitenden Gewerbe. «Es überwiegen Teamgründungen mit durchschnittlich 2,8 Mitgliedern. In nur knapp jedem dritten Team sind Frauen beteiligt», hieß es.

Das Wirtschaftsministerium wertete die Studie als Beleg dafür, dass Start-ups schneller als etablierte Unternehmen neue Trends und Technologien aufgreifen, neue Anwendungsfelder und Märkte erschließen und die Dynamik in Märkten erhöhen. Viele größere Unternehmen hätten die Stärken von Start-ups erkannt und versuchten, über neue Formen der Kooperation Impulse zu erhalten. Gleiches gelte für mittelständische Firmen mit begrenzten Ressourcen und Kompetenzen.

Dulig äußerste sich auch zu Auswirkungen der aktuellen Krise durch den Ukraine-Krieg und steigende Energiepreise. Man müsse sich auf eine «schwere, bittere Zeit» einrichten. Auch das Thema Fachkräfte habe sich zu einer krisenhaften Situation entwickelt und sei für alle Branchen eklatant. Es gebe massive Probleme bei den Lieferketten. Die Lage sei fragil. Dennoch wolle man mit den vorhandenen Instrumenten die Gründerszene auch weiter unterstützen.

Für die Studie wurden zwischen Mai und Dezember 2021 knapp 700 Teilnehmer in Sachsen befragt. Die Studie war vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben und vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung durchgeführt worden.

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