Sachsens Schäfer ringen um den Erhalt alter Schafrassen. Einige sind schon mehrere Hundert Jahre hierzulande heimisch und gelten als besonders gut ans Klima angepasst. Doch andere Rassen haben ihnen in den Schäfereien den Rang abgelaufen. «Früher haben viele Menschen im Erzgebirge und der Sächsischen Schweiz zwei, drei Ostfriesische Milchschafe zur Eigenversorgung hinterm Haus gehalten», erklärte Hanno Franke, Zuchtleiter des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes. Die Rasse wird von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) inzwischen als «stark gefährdet» eingestuft.
Rund 740 Mutterschafe dieser Rasse - in der Sprache der Züchter ein «großrahmiges Schaf mit länglichem, leicht ramsnasigem und hornlosem Kopf mit edlem Ausdruck» - sind laut Franke im Zuchtbuch eingetragen. Damit ist es in Sachsen immerhin noch häufiger anzutreffen als das ebenfalls «stark gefährdete» Leineschaf mit 345 Muttertieren.
Ein besonderer Fokus liegt laut Franke im Freistaat auf dem Erhalt des Merinofleischschafes, das vor rund 250 Jahren aus Spanien nach Sachsen gelangt ist und seither hier gezüchtet wurde. Die GEH stuft die Rasse als «gefährdet» ein. Sachsens Schafzüchter führen die Tradition derzeit mit etwas mehr als 1400 Muttertieren fort. Als vierte, ebenfalls gefährdete Rasse wird den Angaben zufolge die Zucht von Skudden gefördert, die als «Heidschnucken der Masuren» ursprünglich aus Ostpreußen und dem Baltikum stammen.