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Kommt mit dem Kohleausstieg ein Wasserproblem?

Symbolbild Wasser / pixabay ronymichaud
Symbolbild Wasser / pixabay ronymichaud

Auch der Bergbau in der Lausitz sicherte über Jahrzehnte das Grundwasser in der Spree - Grundlage für Trinkwasser in der Region. Birgt der Kohleausstieg künftig eine Gefahr für die Wasserversorgung?

Wie stabil ist die Flusslandschaft der Spree nach dem Ausstieg aus der Braunkohle? Kann sie auch in Zukunft die Menschen in der Region ausreichend mit Wasser versorgen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich am Freitag etwa 450 Fachleute und Politiker auf der 1. Wasserkonferenz Lausitz Bergbau - Wasser - Klima. Ausgerichtet hat die Veranstaltung die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) gemeinsam mit dem Verein Wasser Cluster Lausitz e.V.. «Der Strukturwandel wird nur dann erfolgreich gelingen, wenn wir auch die Wasserfragen gelöst haben», sagt der Vereinsvorsitzende Ingolf Arnold der dpa.

Der Ingenieur beschäftigt sich seit 40 Jahren mit dem Thema. Ihm zufolge hat der Bergbau über 100 Jahre sein gehobenes Grundwasser in die Spree geleitet, was mit dem Kohleausstieg nun wegfalle. Gleichzeitig werde das Spreewasser aber auch zur Auffüllung der Bergbaufolgeseen und für eine stabile Versorgung von Mensch, Wirtschaft und Natur gebraucht, beschreibt der Fachmann das Problem. Hinzu komme der Klimawandel - mit der Temperaturzunahme verdunste mehr Wasser. «Die Spree wird sich nach dem Ende des Bergbaus ihr natürliches Kleid wieder anziehen, das wird aber dünner sein», so Arnold. Er spricht von einem Wasserdefizit von etwa 6 Milliarden Kubikmeter, das aufgefüllt werden müsse. Anfang der 1990er Jahre betrug das Defizit 13 Milliarden Kubikmeter.

Auf der Konferenz, die digital über einen Live-Stream und teilweise in Präsenz in der Universität stattfindet, sollen unter anderem Strategien für eine künftige Wasserbewirtschaftung besprochen werden. Die Fragen drehen sich nach Auskunft von Arnold um zukünftige Konzepte zur Gewährleistung einer Balance zwischen dem knapper werdenden Wasser und der Versorgung der Menschen mit Trinkwasser. In einem «Klimablock» beschäftigen sich Fachleute mit der Frage, wie die Langzeitfolgen des Klimawandels ausgeglichen werden können.

Auch Nutzungsinteressen seien ein wichtiges Thema, so der Fachmann. Berlin etwa sei angewiesen auf Havel und Spree. Fast 50 Prozent der Trinkwasserversorgung basiere auf Zuführung von Spreewasser. Arnold verwies auf den Zuwachs durch Großprojekte wie den Flughafen BER.

Die vergangenen Trockenjahre haben das Bewusstsein, bei der Wasserbewirtschaftung länderübergreifend zusammenzuarbeiten, geschärft, weiß der Experte. Die Situation in den Wasserspeichern in Brandenburg und Sachsen war auch im vergangenen Jahr Experten zufolge äußerst angespannt. Ob auch Elbe und Oder künftig für die Bewirtschaftung angezapft werden können, werde inzwischen in Forschungsprojekten geprüft, sagt Arnold.

An der Konferenz wollen neben Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) auch Berlins Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) und Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) teilnehmen. Sogar aus Hamburg kam Interesse, berichtet Arnold. Die Hafenbehörde hat sich - mit Blick auf Folgen für die Elbe - für die Veranstaltung angemeldet.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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