Die Gewerkschaft IG Metall warnt vor herben Einschnitten für Beschäftigte des Automobil-Entwicklungsdienstleisters IAV in Stollberg im Erzgebirge. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin plane nicht nur den Abbau von bundesweit weiteren 1.500 Arbeitsplätzen bis Jahresende. Auch sei geplant, eine vereinbarte Entgelterhöhung auszusetzen, teilte die IG Metall Chemnitz mit. «Diese Einsparungen sollen genutzt werden, um den Personalabbau zu finanzieren. Damit würde die Belegschaft ihren eigenen Stellenabbau bezahlen.»
Kundgebung in Stollberg
Der Standort Stollberg hat den Angaben zufolge rund 800 Beschäftigte. Laut Gewerkschaft ist dort an diesem Dienstag eine außerordentliche Betriebsversammlung angesetzt. Im Anschluss soll es eine Kundgebung geben.
Das Unternehmen sprach auf Anfrage von schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen angesichts der aktuellen Marktschwäche, dem Strukturwandel in der Auto-Industrie und vergleichsweise hohen Kosten in Deutschland. Mit Blick auf geplante Einschnitte bei den Beschäftigten wollte ein Sprecher nicht ins Detail gehen: «Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu laufenden Gesprächen nicht äußern, um einen verantwortungsvollen Abstimmungsprozess mit unseren Partnern zu gewährleisten.»
Auf der Internetseite von IAV ist von 6.600 Mitarbeitern an 25 Standorten weltweit die Rede. Sie erwirtschaften demnach einen Umsatz von 910,6 Millionen Euro (2024).
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