Die Erdbeerbauern in Sachsen rechnen mit einer guten Ernte. Zwar beginnt die Saison wegen des kühlen Wetters im Mai ungefähr zwei Wochen später als in den Vorjahren. Aber wenn in den kommenden Wochen keine starken Niederschläge und kein Hagel kämen, könne es ein gutes bis sehr gutes Jahr werden, sagte Matthias Wedler, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Sächsisches Obst, am Donnerstag in Mügeln. Dennoch gebe es Entwicklungen in der Branche, die die Obstbauern mit Sorge sehen.
In Sachsen werden laut Verband auf 238 Hektar Fläche Erdbeeren angebaut. 60 Prozent davon gehen inzwischen in die Direktvermarktung. Der Trend zum Selbstpflücken oder zum Kauf im Hofladen sei ungebrochen. Der Verband rechnet mit einem Gesamtertrag von rund 2000 Tonnen.
Vor zehn Jahren sei die Anbaufläche mit 450 Hektar noch deutlich größer gewesen. Damals holten die Bauern 4000 bis 4500 Tonnen pro Jahr von den Feldern. Wedler machte unter anderem den Mindestlohn für diesen Rückgang verantwortlich. Im Hauptkonkurrenzland Spanien werde an die Erntehelfer viel weniger gezahlt. Dazu komme, dass in Spanien der Ertrag pro Hektar fast doppelt so hoch sei wie in Deutschland.