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Dulig: Bei Ansiedlungspolitik noch Luft nach oben

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). / Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). / Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild

Sachsen ist auch 32 Jahre nach der Einheit bei Investoren gefragt. Doch ein Selbstläufer ist die Ansiedlungspolitik schon lange nicht mehr. Der Wirtschaftsminister spricht von den «drei F».

Sachsen hat nach Ansicht von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) in der Ansiedlungspolitik noch Luft nach oben. «Wir sind weiter attraktiv für einheimische und ausländische Investoren, weil es hier ein hervorragendes Umfeld mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen gibt. Aber wir haben weiter unsere Hausaufgaben zu erledigen, damit dies so bleibt», sagte der Minister der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gehe es um «drei F»: Flächen, Fachkräfte und Facilities - also die Ausstattung mit der erforderlichen Infrastruktur.

In letzter Zeit hätten die Anfragen aus Leitbranchen für ein Engagement in Sachsen zugenommen, erklärte Dulig. «Es geht um die Weiterentwicklung der Mikroelektronik, um künstliche Intelligenz, das Thema Wasserstoff. Damit können wir bestehende Wertschöpfungsketten verstärken oder neue aufbauen und damit unsere Wirtschaft krisenfester machen.» Branchen wie die Mikroelektronik hätten einen riesigen Flächenbedarf. «Wir kommen langsam an unsere Grenzen, ausreichend Flächen in allen Größenordnungen bereitzustellen.»

Dulig sieht dabei durchaus einen Zielkonflikt: «Auf der einen Seite haben wir den Auftrag, die Natur zu schützen und möglichst wenig Flächen zu versiegeln. Auf der anderen Seiten brauchen wir aber Flächen für die wirtschaftliche Entwicklung.»

«Ob Wasser, Infrastruktur oder vor allem erneuerbare Energie: Dieses Thema ist uns in den vergangenen Monaten immer wieder ins Stammbuch geschrieben worden. Jede Anfrage eines Unternehmens war mit der Frage versehen, ob wir auch 100 Prozent erneuerbare Energie zur Verfügung stellen können», sagte Dulig. Da habe Sachsen noch viel Nachholbedarf. «Wenn wir da nicht aufholen, bekommen wir einen echten Standortnachteil. Hier müssen wir in die Überholspur kommen.»

Im Wettbewerb um die Ansiedlung des US-Chipherstellers Intel hatte Sachsen gegenüber Sachsen-Anhalt das Nachsehen. Mitte November wurde bekannt, dass Infineon für fünf Milliarden Euro in Dresden eine neues Werk errichten will. «Dass Intel nach Sachsen-Anhalt gegangen ist, finde ich gut. Denn es stärkt den ostdeutschen Wirtschaftsstandort insgesamt - da darf man nicht provinziell sein. Mit Magdeburg und dem weltweit bekannten Silicon Saxony können wir einen 'Vorsprung Ost' generieren», sagte der Minister.

Dulig erinnerte daran, dass jeder dritte in Europa produzierte Chip bereits aus Sachsen kommt. «Zudem haben Infineon und Bosch beide Großinvestitionen und massive Ausbau-Vorhaben für ihre Dresdner Standorte angekündigt. Die Bedarfe der Mikroelektronik sind enorm, das bringt die Digitalisierung mit sich. Europa muss Teile seine eigenen Bedarfe selbst abdecken und unabhängiger etwa von asiatischen Herstellern werden. Wir dürfen nicht die gleichen Fehler wiederholen, wie vor einigen Jahren bei der Solarindustrie. Neue Abhängigkeiten müssen verhindert werden.»

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