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Deutlicher Anstieg der Privatpleiten zu Jahresbeginn

Ein Stift liegt auf einem Antrag für ein Insolvenzverfahren. Foto: Alexander Heinl/dpa/Symbolbild
Ein Stift liegt auf einem Antrag für ein Insolvenzverfahren. Foto: Alexander Heinl/dpa/Symbolbild

Die Zahl der Privatinsolvenzen steigt zu Jahresbeginn in Sachsen deutlich. Experten führen dies vor allem auf eine Gesetzesänderung zurück. Im Laufe des Jahres dürfte aber auch die Corona-Krise durchschlagen.

Die Zahl der Privatinsolvenzen ist in Sachsen einer Erhebung der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel zufolge im ersten Quartal deutlich gestiegen. Insgesamt hätten zwischen Januar und März dieses Jahres im Freistaat 1447 Personen Privatinsolvenz angemeldet. Das bedeute eine Steigerung von 35,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtete die Wirtschaftsauskunftei.

Grund für den Anstieg zu Jahresbeginn ist laut Crifbürgel-Geschäftsführer Frank Schlein hauptsächlich eine Gesetzesreform, die viele Betroffene abgewartet hätten. Demnach können Verbraucher inzwischen einfacher nach drei statt bisher nach sechs Jahren von Restschulden befreit werden. Die Verkürzung gilt rückwirkend auch für Insolvenzverfahren, die ab dem 1. Oktober 2020 beantragt wurden. «Da diese Reform ein großer Vorteil ist, haben viele Antragssteller auf den entsprechenden Beschluss des Bundestages gewartet», erläuterte Schlein.

Eine von der Corona-Pandemie verursachte Insolvenzwelle wird laut Crifbürgel wohl erst ab dem zweiten Halbjahr 2021 einsetzen und bis ins Folgejahr 2022 reichen. Neben Beschäftigten im Niedriglohnsektor seien Personen im mittleren Einkommensbereich wirtschaftlich betroffen. Auf Dauer führe das geringere Einkommen in die Privatinsolvenz.

In allen Bundesländern hat Crifbürgel einen Zuwachs festgestellt - dieser lag durchschnittlich bei 56,5 Prozent, Sachsen liegt somit klar unter dem Bundestrend. In Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete die Wirtschaftsauskunftei den höchsten Anstieg (plus 86,7), während Sachsen-Anhalt den geringsten Anstieg um 0,3 Prozent meldete.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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