Neben seiner Zentrale im sächsischen Delitzsch wird das vom Bund geförderte Chemie-Großforschungszentrum (CTC) einen weiteren Standort in Merseburg (Sachsen-Anhalt) bekommen. Man müsse die chemische Industrie komplett neu denken, sagte der Gründungsdirektor des Forschungsinstituts, Peter Seeberger am Mittwoch in Merseburg. Während die Chemie in früheren Jahren erst auf Kohle, dann auf Erdöl und Erdgas gesetzt habe, müsse sie in Zukunft auf andere Stoffe setzen. Es gehe um eine Kreislaufwirtschaft und Recycling.
Das neue Zentrum für die Transformation der Chemie wird mit mehr als einer Milliarde Euro aus Bundesmitteln gefördert. Mit den Geldern soll der Strukturwandel in der bisherigen Kohleregion zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt unterstützt werden. Für die Errichtung des CTC stellt der Bund insgesamt rund 1,22 Milliarden Euro zur Verfügung. Am Standort Merseburg sollen bis 2038 voraussichtlich rund 300 Menschen arbeiten. Bereits im vergangenen Jahr war bekannt gegeben worden, dass der Hauptsitz des neuen Forschungszentrums in Delitzsch, nördlich von Leipzig liegen wird.