Sachsens Autowirtschaft stellt sich auf eine Durststrecke von etwa zwei Jahren ein. Zwar steige die Nachfrage nach Fahrzeugen in Europa, sie liege aber noch 20 Prozent unter dem Niveau vor Corona, sagte Dirk Vogel vom Branchennetzwerk AMZ am Dienstag in Zwickau. Zudem steige die Produktion von E-Autos langsamer als gedacht. Als großes Hemmnis wird der vergleichsweise hohe Preis solcher Fahrzeuge gesehen. Bei Neuzulassungen in Deutschland habe er im Schnitt zuletzt deutlich über 48.000 Euro gelegen, sagte Werner Olle vom Chemnitz Automotive Institute. «Modelle, die preislich attraktiver sind, sind nicht vor 2025/2026 zu erwarten.»
Außerdem kommen neue Anbieter von E-Autos auf den Markt etwa aus China, was angesichts der Nachfrageschwäche zu Verdrängungswettbewerb führt. «Ein E-Auto darf kein Luxusgut sein», sagte der Präsident der IHK Chemnitz, Max Jankowsky. «Made in China» sei kein Qualitätsmanko mehr, sondern stehe für bezahlbare Mobilität.
Nach 2025 sei mit einem deutlichen Schub für E-Autos in Europa zu rechnen, erklärte Olle. Der Anteil an den Neuzulassungen werde dann bis 2030 auf 60 bis 70 Prozent steigen. Zum Vergleich: Für dieses Jahr wird mit gut 16 Prozent gerechnet. Erwartet wird, dass ab 2025 die Kosten für Batterien um etwa 50 Prozent sinken und E-Autos günstiger in der Herstellung werden, erklärte Olle. Modelle ab 25.000 oder gar 20.000 Euro dürften die Anschaffung solcher Fahrzeuge für Verbraucher attraktiver machen. Doch müssten weitere Barrieren abgebaut werden, mahnte der Wissenschaftler. Dazu zählte er Verbesserungen der Ladeinfrastruktur und Ladegeschwindigkeit.