Das endgültige Aus für das einzige Haribo-Werk in Ostdeutschland sorgt für heftige Kritik. «Wir haben eine kooperative, lösungsorientierte Haltung von Haribo erwartet», schrieb Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf Twitter. «Hier wurde eine Chance vertan; das Ergebnis der Verhandlungen ist enttäuschend.» Der Betriebsratschef des Werkes in Wilkau-Haßlau bei Zwickau, Maik Pörschmann, sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: «Wir haben die Entscheidung aus der Presse erfahren. Haribo lässt uns komplett im Dunkeln.» Die Kollegen, mit denen er gesprochen habe, seien niedergeschlagen. Die traditionsreiche Süßwarenproduktion am Standort sei damit nun endgültig Geschichte, bedauerte Pörschmann.
Haribo hatte zu Wochenbeginn erklärt, es habe sich kein Käufer für das Werk gefunden. Deswegen wurden die Verkaufsverhandlungen beendet. Das innerstädtisch gelegene Gelände soll nun anderweitig entwickelt werden. Betroffen sind den Angaben nach 119 Beschäftigte, von denen aber nach Unternehmensangaben knapp 80 schon eine neue Arbeit gefunden hätten oder in den Ruhestand gingen. Die Produktion in Sachsen hatte der Goldbären-Hersteller Ende 2020 heruntergefahren. Die Schließung wurde mit hohen Investitionen begründet, die am Standort nötig seien.