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Aronia-Ernte in Sachsen: Gute Qualität und Überangebot

Ein Landwirt steht auf einem Feld und sortiert geerntete Aroniabeeren. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Ein Landwirt steht auf einem Feld und sortiert geerntete Aroniabeeren. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Klein, dunkelviolett, feinherber Geschmack - wegen ihrer Vitamine gelten Aronia-Beeren als Super-Food. Die Frucht wird auf gut 170 Hektar in Sachsen angebaut. Die Erwartungen an den Jahrgang 2023 sind gut - trotzdem gibt es Probleme.

Nach mehrtägiger Pause wegen des Regenwetters ist Endspurt bei der Ernte auf Sachsens Aronia-Feldern. «Etwa ein Drittel der Beeren hängt noch an den Sträuchern», sagte Jörg Holzmüller, Geschäftsführer von Aronia Original Dresden, der Deutschen Presse-Agentur, am Donnerstag. Sie würden in den nächsten Tagen abgenommen. Die Erwartungen an den Ertrag seien gut, «die Qualität ist außergewöhnlich». Holzmüller rechnet mit einer Menge von 450 bis 500 Tonnen, einem Mehrfachen gegenüber dem Vorjahr. «Der Regen war für die Beeren nicht schlimm, sie reifen nicht weiter.» Die Qualität hätte aber gelitten, wenn sie bei der Nässe geerntet würden.

Sonnige, warme Perioden und Regen, die Bedingungen für die Beeren seien in diesem Sommer optimal gewesen und diese gut gewachsen. Holzmüller erwartet daher von der Menge her eine normale gute Ernte, bei «außergewöhnlicher» Qualität dank moderater Temperaturen und ausreichend Niederschlägen. 2023 werde da «ein Ausnahmejahr» ähnlich der Supersaison 2012. Die Ernte hatte vor zwei Wochen begonnen und war am vergangenen Sonntag ausgesetzt worden.

Die als schwarze Apfelbeere bekannte Obstsorte, die zu den Rosengewächsen gehört, wird im Freistaat auf knapp 171 Hektar angebaut. Es sei die zweitgrößte Fläche in Deutschland nach Brandenburg, sagte Holzmüller, dessen Unternehmen Früchte aus beiden Bundesländern zur Verarbeitung bezieht. 2022 wurden in Sachsen rund 70 Tonnen geerntet, nach dem Rekordjahr 2021 mit bis zu 1000 Tonnen. «Eine schlechtere Saison nach einem guten Jahr ist normal.» Die Pflanzen bräuchten länger als zwölf Monate, um sich komplett zu erholen, denn der Boden sei bei der dreifachen Erntemenge ausgesaugt.

Es gebe allerdings ein Überangebot an Aronia-Beeren, der Markt werde von Billigware aus Polen und der Ukraine überschwemmt, berichtete Holzmüller. Aufgrund der EU-Förderung habe der Anbau der Früchte zugenommen, wegen Mindestlohns und hoher Energiepreise seien deutsche Bauern nicht wettbewerbsfähig. «Viele ernten gar nicht, weil es defizitär wäre für sie, ein Riesenproblem.» Das Angebot übersteige den Inlandsbedarf. «Ich hatte schon 30 Anrufe von Landwirten, ich möge bitte ihre Beeren kaufen.»

Den dunkelvioletten Früchten werden gesundheitsfördernde und antivirale Wirkungen zugeschrieben, sie sind reich an den Vitaminen A, C und K.. Es gebe deutliche Hinweise auf eine verminderte Erkältungshäufigkeit, wenn regelmäßig mit schon geringer Menge Aroniasaft gegurgelt werde und diese eine Weile im Mund verbleibe, sagte der in der Naturheilkunde aktive Mediziner Bernhard Uehleke. Wegen ihres recht sauren rohen Geschmacks kommen Aronia-Beeren eher verarbeitet auf den Tisch, vor allem als Saft - oder getrocknet im Frühstücksmüsli.

Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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