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Sachsen bereitet sich auf Hitzewelle vor

07.08.2020 von

Foto: Ein Badesteg führt in einen See. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv/Symbolbild

Affenhitze nicht nur im Zoo: Wenn die Temperaturen in den kommenden Tagen regelmäßig die 30-Grad-Marke knacken, heißt es auch für die Sachsen «cool bleiben». Der Deutsche Wetterdienst in Leipzig sagt für am Samstag für den Freistaat Spitzenwerte bis 36 Grad Celsius voraus. Auch in den kommenden Tagen sollen die Temperaturen zwischen 33 und 35 Grad Celsius liegen - und das bei meist wolkenfreien Himmel. Wolken seien als Schattenspender Mangelware, sagte Meteorologe Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Nur im Bergland könne es zu Quellbewölkung kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Regenguss Abkühlung bringt, sei nur äußerst gering.

Angesichts der Temperaturen erwarten die Freibäder und Badegewässer in Sachsen am Wochenende einen Ansturm. Die Stadt Dresden warnte schon einmal davor, dass sich nicht alle Wasserstellen für ein kühles Bad eignen. «Auch wenn hochsommerliche Temperaturen noch so sehr dazu verlocken: Springbrunnen und Wasserspiele sind keine Bade- und Planschbecken», teilte die Stadt mit. Baden sei dort nicht nur verboten und unhygienisch, sondern auch gefährlich. In Wasserbecken der Springbrunnen bestehe Verletzungsgefahr beispielsweise durch Überlaufkanten aus Stahl, Düsen und Scheinwerfer. Hinzu kämen Gefahren durch Glasscherben und anderen Unrat. Wer es trotzdem nicht lassen kann, muss mit Bußgeldern bis 1000 Euro rechnen.

Im Muldentalbad in Kleinbothen (Landkreis Leipzig) erwartet man am Wochenende viel Andrang. Bisher waren die meisten Besucher am 1. August gekommen - über den Tag verteilt 754 Badegäste. Laut Hygienekonzept dürfen sich in dieser Saison maximal 593 Personen zeitgleich in der Anlage aufhalten. Der Besucherstrom wird am Eingang via Schranke registriert. «Es gibt einige Vorkehrungen, die eingehalten werden müssen, damit alle gesund bleiben. Aber bisher halten sich alle wunderbar an die Vorsichtsmaßnahmen», berichtete Mitarbeiter Daniel Zarnikow. Derzeit ist das Wasser im Muldentalbad tatsächlich noch erfrischend. Die Wassertemperatur liegt dank kühler Nächte in den vergangenen Tagen bei angenehmen 21 Grad.

Auch die Tierparks und Zoos reagieren auf die Hitze. «Wir versuchen schon, es unseren Tieren so angenehm wie möglich zu machen», sagte die Leipziger Zoosprecherin Maria Saegebarth. Die Elefanten oder auch die Tiger würden in diesen Tagen häufiger das Wasserbecken aufsuchen, um sich abzukühlen, die Nashörner mit dem Gartenschlauch abgespritzt. Die Tiere hätten jederzeit die Möglichkeit, sich in den Schatten oder rückwärtige Bereiche zurückzuziehen. Und auch beim Futter gebe es kühle Einlagen - zum Beispiel komme Obst und Gemüse in gefrorenem Zustand als Eisbombe in den Futternapf. Davon macht auch der Tierpark Görlitz Gebrauch. Zoosprecherin Isa Plath hat vor allem die Stachelschweine als ausgemachte Wasserratten erlebt: «Die wollen vom Gartenschlauch am liebsten gar nicht mehr weg.»

Sorgen bereitet die Hitze den Leuten im Forst. Die Brandgefahr steigt. Die Karte mit den Waldbrandwarnstufen «rötet» sich für dieses Wochenende immer mehr. Die Farbe Rot steht für die zweithöchste Warnstufe 4 (hohe Gefahr) und gilt am Wochenende für den kompletten Landkreis Zwickau, sowie Teile der Landkreise Bautzen, Leipziger Land, Nordsachsen, Mittelsachsen und Meißen. In einem Teil Nordsachsen gilt sogar die höchste Stufe Lila (sehr hohe Gefahr).

Die Stadt Dresden leistet derweil Unterstützung für Menschen, die obdachlos sind und deshalb besonders unter der Hitze leiden. «Das Sozialamt verfügt über ausreichend gut temperierte und sichere Unterkünfte für Menschen ohne Obdach: acht Wohnheime mit zusammen 322 Plätzen sowie 29 Wohnungen mit 66 Plätzen», teilte die Stadt mit. Dort könnten sich Bedürftige auch tagsüber aufhalten, duschen, Tee trinken und Wäsche waschen. Außerdem könne man sich an vielen Stellen der Stadt Trinkwasser abfüllen. Die Stadt bat um Mithilfe: «Wer eine hilflose Person in der prallen Sonne bemerkt, sollte sie ansprechen und fragen, ob sie Hilfe braucht, und im Zweifel den Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 alarmieren.»

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Ein Badesteg führt in einen See. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv/Symbolbild

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