Sachsens Hochwasserschutzsysteme haben sich nach Einschätzung von Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) bei den starken Niederschlägen der zurückliegenden Tage bewährt. Dieses Fazit zog er am Freitag bei einem Besuch der Talsperre Rauschenbach im Erzgebirge. Für die Schutzsysteme sei das Extremwetter eine Bewährungsprobe. Sachsen sei gut vorbereitet. Einen absoluten Schutz vor Hochwasser könne es aber nicht geben. Deshalb müsse die individuelle Eigenvorsorge weiter gestärkt werden.
«Entwarnung kann ich leider nicht geben. Die Zutaten für lokale Extremwetter sind nach wie vor vorhanden: warme Luft, die viel Wasser aufnehmen kann, und ein abgeschwächter Jetstream, der dafür sorgt, dass Tiefdruckgebiete länger an einem Ort bleiben», betonte Günther. Extreme Wetterereignisse werde es infolge des Klimawandels immer häufiger geben.
«Der Extremregen weist den Kurs für die Zukunft: Wir brauchen entschlossenen Klimaschutz und eine gute Balance aus technischem und natürlichem Hochwasserschutz - in enger Abstimmung mit den Gemeinden und den Menschen vor Ort», erklärte der Minister. Man müsse den Flüssen mehr Raum geben. Natürliche Überschwemmungsflächen, Deichrückverlegungen, renaturierte Auen und Flussläufe seien wichtige und nachhaltige Bestandteile des Hochwasserschutzes. Hier habe Sachsen eine Trendwende eingeleitet.