Glatteis, Unfälle, Stürze - das Wetter hat Polizei und Rettungsdienste am Donnerstag in Atem gehalten und auf den Straßen stellenweise für schwierigste Bedingungen gesorgt. Grund dafür ist gefrierender Regen, der auf Straßen und Gehwegen teils für spiegelglatte Eisschichten gesorgt hat. Doch wie genau kommt es eigentlich dazu?
«Normalerweise ist es ja so, dass es in der Höhe kälter wird», sagt Cathleen Hickmann, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Aktuell sei das aber umgekehrt. Der Grund liege im Wetter der vergangenen Tage mit verbreitetem Dauerfrost und Temperaturen bis Minus zehn Grad Celsius in Sachsen. «Wir haben eine kalte Vorgeschichte. Nah am Boden ist die Luft sehr kalt», so Hickmann. In der Höhe werde nun durch ein Tief wärmere Luft herangeführt.
Das Ergebnis: «Wir haben positive Temperaturwerte in der Höhe, der Niederschlag konnte schmelzen und auf dem Weg zum Boden schafft er es aber nicht, noch einmal erneut zu Eiskörnern oder Schneeflocken zu gefrieren.» Somit treffe «unterkühltes Wasser» auf gefrorenen Boden und es komme zu Glatteisbildung. Eine solche Temperaturumkehr komme regelmäßig vor. Ob es zu extremer Glatteisbildung komme, hänge dabei von kleinsten Temperaturunterschieden ab: «In unserem Fall ist es jetzt einfach so, dass teilweise Zehntelgrad über die Niederschlagsphase entscheiden, also darüber entscheiden, gefriert dieses Wasser erneut und wird zum Beispiel wie so ein Eiskorn oder schafft es das nicht und bleibt flüssig, dann haben wir diese Glatteisbildung.»
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