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Dresden bekommt eine Guernica Straße

19.01.2017 von

Der Ortsbeirat Altstadt hat mit 8 Ja-Stimmen, 2 Gegenstimmenund 8 Enthaltungen beschlossen, dass es eine Guernica-Straße in Dresden geben wird.
Wann genau der Name verliehen wird, ist noch nicht bekannt. Damit endet formal eine fünfjährige Debatte. 2012 hatte die Grüne Stadtratsfraktion den Vorschlag gemacht, einen Teil der Schweriner Straße umzubenennen. Das hat damals keine Mehrheit gefunden. Mit 34 zu 34 Stimmen und einer Enthaltung wurde die Entscheidung vorerst in einer Sackgasse geparkt. Die meisten Stadträte sahen keinen Bezug zu Dresden und lehnten ab.

Marko Beger, FDP, hat die Debatte verfolgt. "Wir haben als Ortsbeirat Altstadt im letzten Jahr verhindert, dass durch eine Initiative der Grünen die Schweriner Straße am Postplatz in "Guernica Straße" umbenannt wird. Das war richtig. Die Schweriner Straße muss die Schweriner Straße bleiben. Der Konsens war, dass für die Benennung nach Guernica eine Straße gesucht wird, die neu im Ortsamtsbereich Altstadt errichtet wird. Nun in einer Hau-Ruck Aktion den kleinen neuen Weg hinterm Schauspielhaus nach "Gernika" (baskische Schreibweise) zu benennen, ist nun lediglich eine Verlegenheitslösung von Linken und Grünen und Piraten."

Wie schon 2012 ist auch der erneute Antrag zum Straßennamen aus der Grünen Fraktion des Stadtrates eingegangen. Die DNN schreibt dazu im März 2016. “In dem von der Fraktionsvorsitzenden Christiane Filius-Jehne unterzeichnetem Antrag heißt es unter anderem zur Begründung, dass in der öffentlichen Diskussion immer wieder Bezugnahmen auf den „Opfermythos“ auftauchen würden, welcher an die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg ohne Verständnis für die Kriegsursachen erinnere und mit falschen historischen Schuldzuweisungen verbinde. Immer wieder werde in der öffentlichen Debatte auch die Auffassung vertreten, der historische Rückblick sei nicht mehr erforderlich und die kritische Debatte über die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft könne beendet werden, erklären die Grünen. Die Stadt Dresden habe die Aufgabe, die sachlich fundierte kollektive Erinnerung an das Kriegsgeschehen im historischen Ursachenzusammenhang zupflegen. „Nur mit dem Erinnern an die Ursachen der Kriegszerstörung im internationalen, regionalen und lokalen Kontext besteht für die Zukunft die Chance, solche Zerstörungen zu vermeiden“, heißt es in dem Antrag. Erinnerungskultur dürfe nicht ins Museum und in wissenschaftliche Bibliotheken verbannt werden, sondern müsse im öffentlichen Raum erlebbar sein.“

Die Entscheidung „dafür“ ist gefallen. Die Entscheidung „wann“ steht noch aus. Die Entscheidung "warum dort" wird weiter diskutiert.

Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, heißt diese Straße Guernica-Straße.

Guernica: Der Luftangriff auf die baskische Stadt Guernica fand am 26. April 1937 durch deutsche Kampfflugzeuge der Legion Condor statt. Es war ein klarer Verstoß gegen das Kriegsvölkerrecht. Pablo Picasso hat sein weltberühmtes Gemälde "Guernica" im selben Jahr gemalt. Es ist in New York im Museum of Modern Art zu sehen.
Straßenfoto: Marko Beger

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