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Geiselnehmer in Dresden soll weitere Person bedroht haben

Absperrband der Polizei hängt vor dem geschlossenen Einkaufszentrum „Altmarkt-Galerie“. / Foto: Sebastian Willnow/dpa/Archivbild
Absperrband der Polizei hängt vor dem geschlossenen Einkaufszentrum „Altmarkt-Galerie“. / Foto: Sebastian Willnow/dpa/Archivbild

Der Geiselnehmer von Dresden soll noch eine weitere Person bedroht haben. Die Staatsanwaltschaft geht nach ihrem derzeitigen Ermittlungsstand davon aus, dass er im Ammonhof - dem Sitz des Senders Radio Dresden - eine Person mit einer Waffe bedrohte, erklärte Jürgen Schmidt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht von «Saechsische.de». Der 40 Jahre alte Tatverdächtige war später von Spezialkräften der Polizei überwältigt und schwer verletzt worden. Er starb kurz darauf.

Die «Sächsische Zeitung» hatte in ihrer Online-Ausgabe mit Verweis auf eine Zeugin zudem berichtet, dass der 40-Jährige den betroffenen Mann im Ammonhof als Geisel nahm und gemeinsam mit ihm zu den Räumen des Radiosenders wollte. Als der Täter auf die Tür schoss, habe der Mann aber fliehen können und andere Leute in dem Gebäude alarmiert. «Das ist nicht ausgeschlossen», sagte Schmidt. Allerdings könne er das momentan auch nicht bestätigen, weil sich die Zeugin nicht bei der Staatsanwaltschaft gemeldet habe. Die genauen Umstände seinen Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hatte schon am Samstag über die Geiselnahme im Ammonhof berichtet. Der betroffene Mann habe am Vormittag sein Büro in dem Gebäude aufsuchen wollen und sei dort auf den 40-Jährigen gestoßen. «Er zielte mit der Waffe auf Unbeteiligte und versuchte vergeblich, die Sicherheitsscheibe der Eingangstür des Radiosenders in einem der oberen Stockwerke zu zerstören. Dabei schoss er auch. Der Täter griff durch das Einschussloch im Glas und wollte die Sicherheitstür zum Radiosender von innen öffnen, verletzte sich aber dabei», fasste ein MDR-Redakteur am Donnerstag auf Anfrage noch einmal die Schilderungen der Geisel zusammen. Der 40-Jährige Geiselnehmer habe auf den Mann sehr unprofessionell und unvorbereitet gewirkt. Er soll im Ammonhof mehrfach gesagt haben: «Die Satanisten wollen die Weltherrschaft übernehmen, das will ich verhindern.»

Nach den bisherigen Untersuchungen hatte der 40 Jahre alte Deutsche am Samstagmorgen seine Mutter (62) in deren Wohnung im Dresdner Stadtteil Prohlis mit einem Kopfschuss getötet. Anschließend war er mit dem neun Jahre alten Kind einer Bekannten zum Ammonhof gefahren und hatte dort in die Räume von Radio Dresden eindringen wollen, was aber misslang. Dabei gab er auch Schüsse ab. Danach nahm er im Einkaufszentrum Altmarkt-Galerie das neunjährige Kind und eine Angestellte als Geisel. Sie blieben bei dem Zugriff unverletzt. Die Ermittler gegen davon aus, dass der Täter psychisch krank war.

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