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Politiker von CDU für gezielte Abschüsse von Wölfen

CDU-Politiker haben sich für gezielte Abschüsse von Wölfen ausgesprochen. So etwas müsse grundsätzlich möglich sein, erklärte der Görlitzer CDU-Kreischef Florian Oest am Sonntag nach einer gemeinsamen Klausurtagung mit Kreisräten der FDP. An Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) erging der Appell, die Realität anzuerkennen. «Es kommt immer häufiger zu Angriffen auf Nutztiere durch Wölfe. Auch Menschen fühlen sich in unserer Region durch den Wolf bedroht, wenn er sich ihnen immer wieder bei Tageszeit nähert. Der Wolf ist längst keine bedrohte Art mehr», sagte Oest.

Die Debatte um den Abschuss von Wölfen hatte gerade in Ostsachsen in den vergangenen Tagen wieder Fahrt aufgenommen, nachdem ein Halter von Dammwild in der Nähe von Löbau trotz Sicherung durch ein Gatter 24 Tiere verlor. Das Landratsamt Görlitz will deshalb einen Abschuss des Wolfes vorbereiten, der für den Angriff verantwortlich gemacht wird. Minister Günther hatte zuletzt bei der Vorstellung des sächsischen Waldzustandsberichtes konstatiert, dass Wölfe schon heute legal geschossen werden könnten, wenn es zu Problemen komme.

«Wir wollen den Wolf nicht ausrotten, aber zurück zur Verhältnismäßigkeit kommen. Der Wolf genießt einen Schutzstatus, den er aufgrund der Populationsstärke schon lange nicht mehr braucht», argumentierte am Sonntag der CDU-Landtagsabgeordnete Georg-Ludwig von Breitenbuch. Ein umsichtig genehmigter Abschuss sei richtig, das sächsische Jagdrecht biete diese Möglichkeit schon seit 2012.

Der Jagdverband Niederschlesische Oberlausitz sprach sich für eine Regulierung des Wolfsbestandes aus. Die Jäger seien allen Wildtieren zur Erhaltung der Artenvielfalt verpflichtet, erklärte Vorstandsmitglied Christian Berndt. «Für uns ist es ein großer Unterschied, ob ein Reh oder anderes Wild fachgerecht erlegt oder von einem Raubwild zerrissen wird. Daher haben Wolfsübergriffe für viele Jäger tatsächlich eine traumatische Qualität.»

Die Wolfspopulation war in den vergangenen Jahren in Sachsen stark gewachsen. Nach aktuellen Zahlen gibt es derzeit 31 Rudel, vier Paare und ein Einzeltier. Von Januar bis Mitte Dezember 2022 wurden Wölfen mindestens 175 Angriffe auf Nutztiere zugeschrieben, 555 Schafe, Ziegen und andere Nutztiere überlebten das nicht. Dazu kamen 115 verletzte und 94 vermisste Tiere.

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