Sie schwirren gerne über dem Frühstückstisch oder bedienen sich an süßen Getränken: In diesem Jahr sind Wespen nach Ansicht von sächsischen Experten stärker präsent. Durch ein eher warmes Frühjahr ohne längere Kälteperiode haben sich offenbar mehr Königinnen und Völker entwickelt, erklärte Sabrina Rötsch vom Naturschutzbund Leipzig (Nabu). Rötsch bietet eine Telefonberatung rund um Fragen zu Wespen, Hornissen und Bienen an.
Gleichzeitig sei bei den hohen Temperaturen und viel Trockenheit wenig Nahrung für die Bestäuber im Sommer übrig. «Das Wachstum vieler Pflanzen wird gehemmt, Wildpflanzen bilden weniger Blüten und Nektar aus. Blühwiesen vertrocknen und auch die übliche eiweißhaltige Nahrung, die zur Aufzucht der Brut benötigt wird, wie etwa kleinere Insektenarten, ist in hochsommerlichen Zeiten reduziert», sagte Felix Ekardt, der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Sachsen (BUND).
Dies führe dazu, dass sich die gestreiften Brummer zunehmend an menschlicher Nahrung bedienen und verstärkt wahrgenommen werden. In erster Linie handle es sich dabei um die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, die für den schlechten Ruf des Insekts sorgten, betonte Rötsch. Viele andere Arten seien völlig ungefährlich und kämen nicht unbedingt an den Kaffeetisch.