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Milbradt: Flutkatastrophe 2002 folgte Konjunkturprogramm

Georg Milbradt (CDU), ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen. / Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild
Georg Milbradt (CDU), ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen. / Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild

Beim Wiederaufbau nach der Jahrhundertflut 2002 in Sachsen ist im Rückblick von Ex-Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) viel Neues entstanden. Das Geld aus dem vom Bund aufgelegten Hilfsfonds zur Schadensbeseitigung habe zu einem Konjunkturprogramm geführt, «im Zuge dessen aus Alt Neu wurde», sagte der 77-Jährige am Samstag 20 Jahre danach. Er war damals wenige Monate Regierungschef und plötzlich Flutmanager. «Katastrophe ist immer Chefsache.»

Angesichts vieler zerstörter Bahnstrecken, Brücken und Straßen sei die Chance genutzt worden, eine moderne Infrastruktur zu schaffen, bilanzierte Milbradt. Bis auf wenige Ausnahmen sei erheblicher Schaden in der Wirtschaft vermieden worden - auch dank des Engagements der Beschäftigten und Unternehmen selbst. Auf der anderen Seite hätten die persönlichen Schäden der Bürger weitgehend kompensiert werden können. «Insgesamt kann man rückblickend sagen: nach vier, fünf Jahren waren die Schäden weitgehend behoben.»

Die Bilder der Katastrophe, die um die Welt gingen, waren laut Milbradt hilfreich, um das Ausmaß der Schäden über Sachsen hinaus deutlich zu machen. «Das war eine enorme Summe, die wir nicht allein stemmen konnten», sagte er. So kam sehr früh Unterstützung auf Berliner Ebene und es gab «keine großen Debatten über den Aufbau eines Hilfsfonds». Und dann sei eine große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung des Landes, aber auch in ganz Deutschland ausgebrochen.

Milbradt hat die gelben Gummistiefel, in denen er damals unter anderem Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) durchs verwüstete Grimma führte, nach eigener Darstellung zugunsten des Hilfsfonds versteigern lassen. «Die gibt es nur noch auf den Bildern.» Eine Konsequenz müsse sein, «dass jeder sich rückversichert». Auch Autofahren könne man nicht, ohne eine Versicherung abzuschließen. «Ich muss sagen, wer ein Haus hat, ist verpflichtet sich zu versichern.» Die Allgemeinheit könne diese Dinge nicht bezahlen.

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