Bei der Mahd sollen weniger Rehkitze sterben. Das ist das Ziel einer neu gegründeten Kitzretter-Organisation, die im Raum Südwestsachsen die Jungtiere vor den Mähwerken der Landmaschinen retten möchte. Im vergangenen Jahr habe es einige tragische Fälle von getöteten Kitzen gegeben, sagt Corinna Heinrich von der Vogel- und Igelpflegestation Bad Elster im Vogtland. «Das war der Punkt, an dem wir uns entschlossen haben, zu handeln.»
Nun haben sich Jäger, Tierschützer und Landwirte zusammengefunden, um den Bauern vor der anstehenden Mäh-Saison ehrenamtlich Hilfe anzubieten. «Sie können uns anrufen, wir suchen dann die Wiesen ab und bringen die Kitze in Sicherheit», erklärt Heinrich den Plan der Gruppe. Normalerweise möchten Bauern einen tödlichen Zusammenstoß mit Kitzen selbst vermeiden, sagt Gunther Zschommler als Vizepräsident des Sächsischen Landesbauernverbandes.
«Oft leben die Tiere noch, sind schwer verletzt und müssen erlöst werden. Das ist auch für die Fahrer der Landmaschinen eine Belastung», berichtet Zschommler. Jedoch könnte es bei der landwirtschaftlichen Arbeit unter Zeitdruck und fehlender Kommunikation mit der Jägerschaft zu Fehlentscheidungen kommen. Kitzretter-Organisationen seien eine hervorragende Sache. «Ich freue mich über jede Hilfe, um Kitze vor dem Mähwerk zu schützen. Jedoch gab es in der Vergangenheit Firmen, die mit diesem Thema auf Kosten der Landwirte hohen Profit erzielen wollten.»