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Ewigkeitschemikalien in Dresdner Gewässern örtlich begrenzt

In Gewässern in den nördlichen Dresdner Stadtteilen Klotzsche und Weixdorf wurden PFAS-Chemikalien gefunden. (Symbolbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
In Gewässern in den nördlichen Dresdner Stadtteilen Klotzsche und Weixdorf wurden PFAS-Chemikalien gefunden. (Symbolbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa

In mehreren Gewässern wurden Stoffe entdeckt, die als gesundheitsschädlich gelten. Die Belastung gilt als lokal begrenzt. Woher die Chemikalien stammen, bleibt unklar.

Von der Verunreinigung mit sogenannten Ewigkeitschemikalien sind nach aktuellem Kenntnisstand keine weiteren Gewässer in Dresden betroffen. Man gehe derzeit von einem örtlich sehr begrenztem Schadensbild im Norden der Stadt aus, sagte der Leiter des Umweltamts der Landeshauptstadt, René Herold, bei der Präsentation der Messergebnisse im Stadtforum. Schwerpunkt der Belastung mit den PFAS-Chemikalien ist demnach der Ziegeleiteich und der Ziegeleiteichgraben im Stadtteil Klotzsche.

Werte im Ziegeleiteich über Trinkwassergrenzwert

Dort wurden im Oberflächenwasser sowie im Sediment Konzentrationen von teils über einem Mikrogramm pro Liter nachgewiesen. Der seit gestern geltende Grenzwert für Trinkwasser wäre damit um das Zehnfache überschritten, allerdings wird aus dem Ziegeleiteich kein Trinkwasser entnommen.

PFAS kommen nicht natürlich vor und überdauern je nach Stoff extrem lange in der Umwelt - daher die Bezeichnung Ewigkeitschemikalien. Sie stehen unter anderem im Verdacht, Leberschäden sowie Nieren- und Hodenkrebs zu verursachen. Aufgrund ihrer einzigartigen Merkmale werden die Substanzen in einer großen Zahl vor allem in industriellen Produkten und Alltagsgegenständen verwendet - von Anoraks über Pfannen bis hin zu Kosmetik.

Fische nicht für Verzehr geeignet

Bei Fischen aus dem Ziegeleiteich wurden Höchstwerte für die PFAS-Konzentration in Lebensmitteln überschritten, sie dürfen daher nicht in Verkehr gebracht werden, Verkauf oder unentgeltliche Weitergabe sind also untersagt. Auch das Angeln im Ziegeleiteich ist verboten.

Auch in umliegenden Brunnen wurden erhöhte Werte festgestellt. Die betroffenen Brunnenbesitzer wurden bereits im Juli informiert. Die Trinkwassernutzung sei zu diesem Zeitpunkt nicht untersagt worden, da der Grenzwert noch nicht gültig gewesen sei, sagte Angeline Ernst vom Amt für Gesundheit und Prävention. Die Stadt sprach demnach aber die Empfehlung aus, das Wasser aus den Brunnen nicht zum Trinken oder Kochen zu verwenden und mit einer Fachfirma zu klären, ob eine Dekontamination möglich ist.

Trinkwassernetz nicht betroffen

Das Trinkwassernetz der Landeshauptstadt ist nicht betroffen, wie Ernst betonte. Es werde seit etwa zehn Jahren auf PFAS geprüft.

Weitaus geringere Konzentrationen von PFAS wurden in Gewässern im Stadtteil Weixdorf festgestellt. Betroffen ist auch das dortige Waldbad. Dem Badebetrieb in der kommenden Saison steht aber nichts entgegen. Selbst bei tagtäglichem Baden würde man noch weit unter den gültigen Grenzwerten liegen, erläuterte Ernst. Vulnerablen Gruppen wie Schwangeren, Kindern oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem werde jedoch zu anderen Badestellen geraten.

Bereits Mitte Dezember hatte die Landeshauptstadt über die Verunreinigung der Gewässer informiert. Wie die PFAS in das Wasser gerieten und ob es eine Verbindung zur im Dresdner Norden angesiedelten Industrie gibt, ist weiterhin offen. Die Suche nach der Ursache läuft den Angaben nach. Die gefundenen Verbindungen finden sich laut Herold beispielsweise in Löschschaum oder Enteisungsmitteln. Sie würden grundsätzlich aber überall in der Industrie und auch im Haushalt verwendet.

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