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Sportgericht sperrt Fandrich sieben Monate: Berufung

Schiedsrichter Nicolas Winter zeigt Aues Clemens Fandrich die Rote Karte. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Schiedsrichter Nicolas Winter zeigt Aues Clemens Fandrich die Rote Karte. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der sportlich angeschlagene Zweitligist Erzgebirge Aue muss womöglich lange auf Clemens Fandrich verzichten. Der Mittelfeldspieler wurde über das Saisonende hinaus gesperrt.

Mit diesem Urteil wäre die Saison für Clemens Fandrich vom Zweitligisten FC Erzgebirge Aue bereits beendet: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes sieht es als erwiesen an, dass der Mittelfeldspieler beim Sieg gegen Ingolstadt Schiedsrichter-Assistent Roman Potemkin «auf das rechte Auge gespuckt» habe und sperrte Fandrich am Donnerstag für sieben Monate. Gegen das Urteil kann binnen einer Woche beim DFB-Bundesgericht Berufung eingelegt werden, was der Club umgehend ankündigte.

«Das war leider ein ernüchterndes Erlebnis. Das Sportgericht geht von einer Tätlichkeit aus und hat eine Strafe, wo der Strafrahmen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren ist, sieben Monate Sperre verhängt. Mit dem Ergebnis bin ich in keiner Weise einverstanden», sagte Aues Vorstandsmitglied und Rechtsanwalt Kay Werner. Es sei ein absolut inakzeptables Strafmaß und man werde «die uns zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpfen». Der Anwalt sieht Fandrichs Verhalten nicht als Tätlichkeit, sondern als unsportliches Verhalten, was das Strafmaß deutlich reduzieren würde.

Fandrich bestritt vehement, den Assistenten absichtlich angespuckt zu haben. Der Mittelfeldspieler hatte bereits beim 1:1 in Hannover gefehlt, und Werner hatte bei «Tag24» angekündigt: «Bei einem Strafmaß oberhalb der Sperre, die Clemens Fandrich gegen Hannover abgesessen hat, erwägen wir bis vor das DFB-Bundesgericht oder notfalls ein ordentliches Gericht zu ziehen.» Den Gang vor das Bundesgericht kündigt Werner am Donnerstag umgehend an.

Für das Sportgericht war die Sache dagegen klar. «Das Gericht hatte keinen Zweifel an der Darstellung des Schiedsrichter-Assistenten Roman Potemkin, der aussagte, dass ihm der Spieler in der 89. Minute des Zweitligaspiels gegen den FC Ingolstadt am 22. Oktober 2021 auf das rechte Auge gespuckt habe, was Fandrich selbst bestreitet», hieß es in einer Mitteilung des DFB. Der Bewegungsablauf in der Szene unterstütze die Darstellung Potemkins. Wirklich aufschlussreiche TV-Bilder von der Szene lagen zumindest der Öffentlichkeit nicht vor.

Hans E. Lorenz, Vorsitzender des Sportgerichts, betonte, dass man bei der Strafe gegen den Auer noch Milde habe walten lassen. «Bei der Bemessung der Sperre hat das Gericht zugunsten des Spielers Fandrich sein untadeliges Verhalten in zwölf Jahren Profifußball berücksichtigt. Andererseits ist ein Spucken in das Gesicht des Schiedsrichter-Assistenten ein so schwerwiegender Vorgang, dass auch eine höhere Strafe denkbar gewesen wäre», sagte Lorenz.

Tritt die Sperre gegen Fandrich in Kraft, dürfte sie zu den höchsten in der Geschichte der deutschen Fußball-Bundesligen zählen. Lewan Kobiaschwili von Hertha BSC war wegen eines Faustschlags gegen Schiedsrichter Wolfgang Stark im Anschluss an das Relegationsspiel bei Fortuna Düsseldorf im Mai 2012 für siebeneinhalb Monate gesperrt worden. Ein halbes Jahr zuschauen musste Timo Konietzka von 1860 München 1966. Er soll Schiedsrichter Max Spinnler im Spiel gegen Dortmund vor die Brust gestoßen und vor das Schienbein getreten haben. Beweiskräftige TV-Bilder gab es damals nicht.

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Mitteilung DFB

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH