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Dynamo und Zwickau ohne Sieg, Rücktritt-Schock beim HFC

HFC-Präsident Jens Rauschenbach. / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
HFC-Präsident Jens Rauschenbach. / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Ein Punkt, keine Tore: Der Punktspielauftakt ins Jahr 2023 war für die Ost-Drittligisten durchwachsen. Im Blickpunkt stehen allerdings die Rücktritte beim Halleschen FC.

Kutschkes Tor reicht Dynamo nicht: Das hatte sich Dynamo Dresden völlig anders vorgestellt, die Pfiffe der Fans hallten nach dem Schlusspfiff durch das Rudolf-Harbig-Stadion. Mit einem 1:1 gegen den SV Meppen startete das Team von Trainer Markus Anfang ins neue Jahr - viel zu mau für die eigenen Ansprüche. Stefan Kutschke (71. Minute) brachte Dresden per Kopf in Führung, der eingewechselten Marek Janssen (90.+1) sorgte in der Nachspielzeit für den nicht unverdienten Ausgleich. Statt mit einem Achtungszeichen ins Restprogramm zu starten, werden in Dresden nun erneut Diskussionen aufkommen.

«Wenn man kurz vor Schluss so ein Tor bekommt, ist das natürlich ärgerlich. Wir haben die Struktur verloren und wurden unruhig», sagte Trainer Markus Anfang. «Wir können ein paar Sachen besser machen. Es war das erste Spiel der Rückrunde gegen eine Mannschaft, die tief gestanden hat. Das ist immer schwierig. Am Ende müssen wir das Unentschieden so hinnehmen.» Die Mannschaft bekam dann doch noch Applaus von den 22.808 Fans, doch zufrieden war sicherlich niemand.

Halle sucht Präsident und Sportchef: Der Hallesche FC hatte den Rückzug von Sportchef Ralf Minge gerade erst verdaut, da kam Jens Rauschenbach mit dem nächsten Personalschock um die Ecke. Der Präsident hört nach der Saison nach über fünf Jahren im Verein auf. Das kündigte der Unternehmer am Sonntag auf der Mitgliederversammlung an. Rauschenbach ist seit Anfang 2019 Präsident, gehörte davor dem Sanierungsvorstand an. Ein Club-Sprecher sagte der dpa, dass noch unklar sei, wie ein Nachfolger für Rauschenbach gefunden werden soll. Eine Möglichkeit wäre eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Mai. Rauschenbach war angetreten, um den HFC in die 2. Bundesliga zu führen. Momentan kämpft der Club gegen den Abstieg, woran auch das gute 0:0 am Samstag bei Rot-Weiss Essen nichts änderte.

Bereits zu Beginn der Woche war die Trennung von Sportchef Ralf Minge publik geworden. Der 62-Jährige legt sein Amt Ende März nieder und begründete dies mit nicht erreichten Zielen in seiner anderthalbjährigen Zeit in Halle. Was Minge künftig macht, ist aktuell offen. Kontakt zu Ex-Club Dynamo Dresden gibt es nach eigener Aussage nicht. ««Im Moment gibt es überhaupt keinen Kontakt zu irgendwelchen Entscheidungsträgern bei Dynamo Dresden und insofern stellt sich für mich persönlich die Frage nicht. Ich bin noch nicht so weit, dass ich weiß, was nach dem 31. März passiert», sagte Minge dem MDR. Vor seinem HFC-Job hatte er von 2014 bis 2020 das sportliche Sagen bei Dynamo Dresden.

Vor dem Rückrunden-Auftakt hatte Dresdens aktueller Sportchef Ralf Becker gesagt, wenn es eine Möglichkeit zur Rückkehr von Minge gäbe, müsse man das unbedingt machen. «In welcher Funktion auch immer», sagte Becker.

Alarmstufe Rot beim FSV Zwickau: Die Bilder nach dem Abpfiff des Zwickauer Auftaktspieles gegen den VfB Oldenburg waren bezeichnend. Die Spieler des FSV sanken nach dem 0:1 zu Boden, Unglücksrabe Johann Gomez musste mit Tränen in den Augen von den Mitspielern getröstet werden. Sein verschossener Elfmeter in der 89. Minute hatte die Niederlage der Westsachsen besiegelt, die nun noch tiefer im Abstiegskampf stecken. Im Spiel gegen den Aufsteiger stimmten die Basics nicht: Beim Gegentor bereits nach drei Minuten schaffen es gleich vier Zwickauer nicht, den Torschützen vom Ball zu trennen. Und im Spielverlauf bekam man einfach den Ball nicht über die Linie. «Wir hätten noch Stunden spielen können, ohne ein Tor zu schießen», sagte Trainer Joe Enochs bei «MagentaSport».

Der Trainer wollte nicht zu hart mit dem Team ins Gericht gehen. «Ich spreche keinem ab, dass er nicht wollte, dass er nicht alles versucht hat. Wir hatten 13:0 Ecken, das spiegelt das Spiel wider», sagte Enochs im MDR. Besonders für Gomez tat es ihm leid. Er sei ein junger Spieler, der Verantwortung übernehmen wollte. «Aber es geht um den Verein, wir brauchen Punkte. Und das war eine überragende Gelegenheit, zumindest einen Punkt zu holen», betonte Enochs. Sein Team sei im Vergleich zum alten Jahr gefestigter, Tore schieße es aber nach wie vor nicht. Auch nicht in Testspielen. Am Samstag gab es beim Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena ein 0:0.

FC Erzgebirge Aue mit Personalsorgen nach Ingolstadt: Auf diese Hiobsbotschaften hätte man beim FC Erzgebirge Aue vor dem Jahresauftakt am Montag (19.00 Uhr/MagentaSport) gern verzichtet. Mit Steffen Nkansah und Neuzugang Kilian Jakob fallen gleich zwei Abwehrspieler verletzt aus. Im Fall des vom Karlsruher SC geholten Jakob mit einem möglichen Sehnenriss wohl länger. «Das ist schade, weil wir ihn extra geholt haben, um den Konkurrenzkampf im Team anzuheizen. Jetzt fällt er lange aus», sagte Sportdirektor Matthias Heidrich, der nun wieder auf Spielersuche gehen muss. Pavel Dotchev braucht noch einen Abwehrmann.

In Ingolstadt sind die Veilchen nach den Worten ihres Trainers klarer Außenseiter auf dem Papier. «Aber wir brauchen Punkte, wollen schon hier beginnen. Wenn wir alles getan haben und es reicht nicht, mache ich aber keinen Vorwurf», sagte Dotchev, der die Vorbereitung lobte und nun in Ingolstadt seinen dritten Einstand als Cheftrainer auf der Auer Bank geben wird. Sehr zum Leidwesen des Konkurrenten. «Ich kenne die Mannschaft und Pavel gut. Das ist nicht optimal mit dem Wechsel, wir wissen, der Coach ist sehr erfahren, weiß, wie er die Mannschaft heiß macht. Ich bin mir auch sicher, dass Aue mit ihm die Klasse halten wird», sagte Ingolstadts Trainer Rüdiger Rehm.

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