Er gilt als legitimer Nachfolger seines Landsmanns Konrad Laimer. Nicht nur als Fußballer bei Bundesligist RB Leipzig. Nicolas Seiwald übernimmt die Wohnung von Laimer in Leipzig samt der Möbel, wie der 22 Jahre alte Neuzugang am Wochenende im Teamhotel in Bruneck verriet. Dort bereitet sich der DFB-Pokalsieger seit vergangenem Donnerstag acht Tage lang auf die neue Saison vor. Nur das Bett, so der Österreicher, habe sein Landsmann mit nach München genommen.
Es ließe jede Menge hineinlesen in die Übernahme der Laimerschen Unterkunft, denn Seiwald, der wie sein Vorgänger fußballerisch bei Red Bull Salzburg groß wurde und ebenfalls aus dem Umland Salzburgs stammt, soll im RB-Team auch die Rolle seines Nationalmannschaftskollegen übernehmen, der diesen Sommer zum FC Bayern gewechselt ist. Doch Seiwald sagt: «Wir sind andere Spielertypen. Ich bin defensiver und versuche bei RB meinen Job zu machen. Ich versuche nicht, Konny zu ersetzen.»
Der Rechtsfuß mit den markanten roten Haaren wird den Vergleich mit Konrad Laimer trotzdem nicht so leicht losbekommen. RB benötigt nach dessen Abgang dringend Ersatz für die strategisch wichtige Position zentral vor der Abwehr. Dafür haben sie 20 Millionen Euro in Seiwald investiert, der einräumt, dass er genau aus diesen Gründen in die Bundesliga zum Bruderclub aus Leipzig wechselt. «RB wollte mich unbedingt und ich kenne das System», sagt er. «Ich habe meine Stärken beim Balljagen und im Gegenpressing.» Was ihm freilich zu Laimers Qualitäten fehlt: Er ist im Offensivspiel nicht so talentiert, die Rolle des Achters liegt ihm weniger.