Julian Nagelsmann wirkt in diesen Tagen nachdenklich. Nach einem furiosen Saisonstart steckt der Trainer bei RB Leipzig in seiner ersten kleinen Krise. Seinen Spielern fehlen Biss und Wille und vor allem das, was die Mannschaft unter Vorgänger Ralf Rangnick auszeichnete und bis ins Pokalfinale sowie auf Platz drei der Fußball-Bundesliga führte: Die defensive Stabilität.
Deshalb ist das Pokalspiel beim VfL Wolfsburg am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) so etwas wie die letzte Chance für die Profis. Stimmt dort die Einstellung nicht zu 100 Prozent wird Nagelsmann zum Rangnick. «Wenn die Spieler die größeren Freiräume in der Philosophie in den falschen Hals bekommen, dann muss man wieder ein bisschen zurückdrehen, um diese Tugenden auf den Platz kriegen», sagte der 32-Jährige.
Soll heißen: Die Neuerungen, die Nagelsmann «on top» auf das RB-Spiel setzen will, liegen erst einmal auf Eis. Wie unter Rangnick bekommen die Spieler taktisch engere Vorgaben, die neuen Freiheiten werden nur noch eine schöne Erinnerung sein. «Ich beziehe mich in die Kritik mit ein. Ich habe immer gesagt, dass meine Idee von Fußball Zeit braucht», betonte Nagelsmann.