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Energie Cottbus feiert 60.: Wollitz will Zusammenhalt

Eduard Geyer prägte als Trainer den FC Energie Cottbus. (Archivbild) / Foto: Ronald Bonß/dpa-Zentralbild/dpa
Eduard Geyer prägte als Trainer den FC Energie Cottbus. (Archivbild) / Foto: Ronald Bonß/dpa-Zentralbild/dpa

Der 60. Geburtstag von Energie Cottbus wird groß gefeiert. Der ehemalige Bundesligist hat zu einem Festakt in der Stadthalle 1.500 Gäste geladen. Der Präsident verspricht einen Knalleffekt.

Bundesliga-Geschichte hat Energie Cottbus geschrieben. Sei es durch das kuriose Kopfball-Eigentor von Torwart Tomislav Piplica im April 2002 gegen Borussia Mönchengladbach. Oder als erste Mannschaft, die 2001 mit elf ausländischen Spielern antrat. Anekdoten werden reichlich ausgetauscht, wenn der Club aus der Lausitz am Samstag seinen 60. Geburtstag feiert. 

Präsident Sebastian Lemke freut sich schon auf den Festakt: «Das wird eine Mammutveranstaltung», sagte er. Und der FCE-Chef hat einen Knalleffekt angekündigt. Der Verein will bei der Gala den Fans und Mitgliedern den neuen Ausrüster vorstellen. «Ich glaube, es ist ein riesiger Schritt für Energie Cottbus», sagte Lemke.

Besondere Choreo von Fans und Spielern

Vor dem Fest steht der Drittliga-Alltag: Am Samstagnachmittag (14.00 Uhr) empfängt der FCE die zweite Mannschaft von 1899 Hoffenheim zum Heimspiel. Die Fans haben eine große Geburtstags-Choreografie vorbereitet. 

Bemerkenswert: Die Energie-Profis haben mit angepackt und die Fanszene bei der Vorbereitung unterstützt. Kapitän Axel Borgmann betont: «Als Mannschaft können wir am meisten dazu beitragen, wenn wir das Heimspiel gewinnen und somit das Geburtstagsgeschenk für den Verein besorgen.»

Zum Festakt am Abend werden viele ehemalige Trainer und Spieler erwartet, die ihren Anteil an der bewegten Geschichte der einstigen Betriebssportgemeinschaft aus dem Braunkohlekombinat in der Lausitz hatten. 

Delegierung vor Gründung

Die begann mit den für den DDR-Fußball üblichen Delegierungen. 1963 wurde die erste Mannschaft des SC Aktivist Brieske-Senftenberg zum SC Cottbus geschickt – darunter Spieler wie Klaus Stabach, der bei der am 31. Januar 1966 gegründeten BSG Energie die Mitgliedsnummer 1 erhielt. 

Als Libero und später als Manager prägte er den Verein über Jahrzehnte und hatte großen Anteil daran, dass Energie in der DDR immer wieder Aufstiege in die 1. Liga feiern konnte und nach der Wende sogar sensationell in die Bundesliga stürmte. 

Trainer Geyer als Ikone

Unter Trainer Eduard Geyer schaffte es der FCE aus der damals drittklassigen Regionalliga bis ins DFB-Pokalfinale 1997. Im Jahr 2000 gelang mit Größen wie Piplica, Vasile Miriuta und Detlef Irrgang der Bundesliga-Aufstieg. 2006 schaffte Cottbus unter dem heutigen Magdeburger Trainer Petrik Sander noch einmal die Rückkehr in die 1. Liga – mit Akteuren wie Sergiu Radu, Gregg Berhalter oder dem heutigen Union-Berlin-Coach Steffen Baumgart. Drei Jahre blieb man erstklassig. 

Danach begann die Talfahrt, die den FCE in der Corona-Zeit sogar bis in den Tabellenkeller der Regionalliga sowie an die Grenze zur Zahlungsunfähigkeit brachte. Unter Präsident Lemke sowie dem zum zweiten Mal zurückgekehrten Trainer Claus-Dieter Wollitz erlebt der FCE nun seit 2020 einen Aufschwung. Auf den Drittliga-Aufstieg folgte eine fulminante Saison 2024/25, in der Cottbus als Aufsteiger erst kurz vor Saisonende am Durchmarsch scheiterte. 

Nun stehen die Lausitzer erneut in der Spitzengruppe der 3. Liga und können ausgerechnet im Geburtstagsjahr von der Rückkehr in die 2. Liga träumen. Detlef Irrgang, Rekordspieler bei Energie, verdeutlicht: «Da gibt es eigentlich nur ein Ziel: den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dieses Jahr sieht es sogar noch besser aus.»

Trainer Wollitz, der inzwischen mehr Spiele als Eduard Geyer an der Seitenlinie stand, drückt auf die Bremse: «Wer den Aufstieg erwartet, will dem Club nichts Gutes.» Er wünscht sich zum Geburtstag des Vereins stattdessen «Zusammenhalt in dieser Region, damit dieser Club sich weiterentwickeln kann.»

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