Der Dresdner Brexit-Forscher Thomas Kühn sieht in neuen Medien eine große Herausforderung für die Demokratie. Angesichts von sozialen Medien und Trollfabriken werde die öffentliche Meinungsbildung zumindest in einer Übergangsphase deutlich schwieriger, sagte der Professor für Großbritannienstudien an der Technischen Universität Dresden im Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur. «Wir befinden uns einmal mehr in einem Zeitalter technologischen Wandels. Wenn neue Medien eingeführt werden, gibt es zunächst keine Handhabe mit deren Umgang. Erst später stellt sich eine Routine und die Frage nach Kontrollmechanismen ein.»
Neue Medien würden demokratische Prozesse auch heute schon stark beeinflussen, im positiven wie im negativen Sinne: «Vor 10, 15 Jahren wurde das Internet noch als der große Befreier gefeiert. Damals wurden vor allem die Chancen gesehen, heute sind es die Risiken», so Kühn. Derzeit gebe es zum Beispiel große Probleme mit Falschmeldungen und anderen Manipulationen. Aber auch die Nutzung neuer Medien zur Herausbildung eines Überwachungsstaates sei ein Problem.