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Finanzminister: Porzellan-Manufaktur Meissen auf gutem Weg

Eine Mitarbeiterin bemalt eine Zuckerdose. / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Eine Mitarbeiterin bemalt eine Zuckerdose. / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Porzellan-Manufaktur Meissen ist ein Aushängeschild für den Freistaat Sachsen. Doch seit Jahren manövriert der Staatsbetrieb in schwerer See. Die Pandemie-Wellen haben das nicht leichter gemacht.

Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen befindet sich nach Ansicht von Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) bei ihrer Konsolidierung auf einem guten Weg. «Wir sind mit den Zahlen zufrieden. Ich schaue keinesfalls sorgenvoll nach Meißen, wir sind da im Plan», sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. «Die Manufaktur hat eine ganz gute Perspektive.» Nur der Ausflug in das Luxussegment habe sich als wenig sinnvoll erwiesen. «Jetzt sind wir wieder bei den Wurzeln und konzentrieren uns auf das Kerngeschäft.» In der Pandemie habe Meissen wie auch andere Unternehmen aber noch einmal leiden müssen.

Vorjohann legte ein Bekenntnis zu Unternehmen wie dem Staatsweingut Schloss Wackerbarth und der Manufaktur Meissen ab. Es gehe um Beteiligungen des Landes an einer Kulturgeschichte. «Das europäische Porzellan ist in Sachsen erfunden worden, seit 1710 gibt es die Manufaktur. Vor diesem kulturgeschichtlichen Hintergrund ist sie auf jeden Fall zu erhalten», sagte der Minister.

2020 hatte die Porzellan-Manufaktur Meissen erneut Verluste hinnehmen müssen. Dennoch blieb das Unternehmen mit dem Markenzeichen der gekreuzten blauen Schwerter zuversichtlich. Der Umsatz ging um etwa zehn Millionen Euro auf knapp 27 Millionen Euro zurück. Der Großteil davon wurde Auswirkungen der Corona-Pandemie zugeschrieben. Den operativen Verlust gab das Unternehmen mit 3,4 Millionen Euro an (2019: rund zehn Millionen Euro).

Die Betriebskosten seien deutlich reduziert worden, um mittelfristig schwarze Zahlen schreiben zu können, teilte das Unternehmen mit. Für 2021 habe man einen Umsatz auf dem Niveau von 2020 angestrebt und sei zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. In diesem Jahr erwarte man eine Normalisierung der Lage, da auch wieder internationale Touristen nach Sachsen kämen und die Manufaktur und die Läden besuchen könnten.

Meissen hatte unter dem damaligen Geschäftsführer Christian Kurtzke 2009 einen Kurswechsel vollzogen. Er wollte die Manufaktur zu einem Luxuskonzern umbauen und ließ auch Kleidung, Möbel, Schmuck und Accessoires produzieren. Das Konzept misslang. 2014 stand ein Verlust von 19,2 Millionen Euro zu Buche. 2015 waren es 12,1 Millionen Euro.

Sachsen unterstützte die Neuausrichtung zur Rückbesinnung auf das Kerngeschäft Porzellan mit einer Kapitalzuführung von 28 Millionen Euro und ordnete die bisher ausgereichten Darlehen von insgesamt 22 Millionen Euro neu. Es zeigte sich aber, dass das erwartete Umsatzwachstum in dem schwieriger werdenden Marktumfeld nicht realisierbar war und eine weitere Konsolidierung notwendig wurde, wie es hieß. Im Herbst 2019 gab Meissen daher bekannt, ein Drittel seiner Arbeitsplätze zu streichen. Rund 200 Stellen wurden sozialverträglich abgebaut. Die Mitarbeiterzahl liegt zurzeit bei 422.

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