Der Trend zur Urnenbeisetzung und die dadurch vielfache Nutzung von Gräbern erschwert Sachsens Friedhöfen das Wirtschaften. «Wo früher ein Grab war, sind jetzt zehn bis zwölf Namen auf einem Stein», beschrieb ein Sprecher am Totensonntag in Dresden die Situation bei der evangelischen Landeskirche. Mit etwa 1250 Anlagen unterhält sie den Großteil. «Das wirkt sich auf die wirtschaftliche Situation der Friedhöfe aus.»
Nach Angaben des Sozialministeriums gibt es auf den insgesamt rund 1700 Friedhöfen im Freistaat inzwischen deutlich mehr Urnen- als Erdbestattungen. Die Quote liege bei mehr als 60 Prozent. Im Bereich der katholischen Gemeinden hält es sich in etwa die Waage.
Regional verschieden gibt es Flächenverkleinerungen, Konzentrationen und Sammelgräber, wie der Landeskirchensprecher berichtete. In den Großstädten sei es weniger dramatisch, da gebe es sogar ein gewisses Wachstum. «Aber auch da lassen Friedhöfe zunehmend gewisse Bereiche frei, vereinzelt gab es Schließungen oder es werden keine neuen Bestattungen zugelassen.» Die Strukturreform der Landeskirche führe zudem dazu, dass Gemeinden nun mehrere Friedhöfe haben.