Der neue Pfarrer der Dresdner Frauenkirche, Markus Engelhardt, sieht in dem Gotteshaus einen Ort, an dem im besten Fall ein Hinhören aufeinander geschieht. «Die Frauenkirche ist eine Schnittstelle zwischen Kirche und Welt», sagte der 59-Jährige vor seiner Amtseinführung an diesem Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn man es etwas geistlicher sagen will: ein Ort, wo sich Himmel und Erde vielleicht noch intensiver berühren als anderswo.»
Für einen Pfarrer sei es hier elementar wichtig, «das Evangelium so in die Welt hinein zu sprechen», dass es wirklich auf die komplexen Zusammenhänge, in der die Welt heute ist, antwortet. «Dass es neue Horizonte aufreißt und vor allem Menschen und Gruppen wieder miteinander ins Gespräch bringt, die sich sonst in ihren Blasen abschotten», sagte Engelhardt.
Engelhardt, der aus einer Heidelberger Theologenfamilie stammt und zuletzt Stadtdekan in Freiburg (Baden-Württemberg) war, spricht von einem «Stück evangelischer Kirchentag». Kirche müsse sich heute auf den Markt begeben, statt nur für die Gemeinde da zu sein und sich neben anderen weltanschaulichen Anbietern behaupten. Für ihn schließt das die Positionierung im gesellschaftlichen Diskurs ein.