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Dresdner Bischof: Bistum für Zukunft gerüstet

Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Das Bistum Dresden-Meißen ist Deutschlands drittkleinste Diözese. Seine Geschichte reicht über ein Jahrtausend zurück - 2021 wird dennoch erst hundertjähriges Jubiläum gefeiert.

Der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers sieht sein Bistum zum Jubiläum auch für die nächsten hundert Jahre gut gerüstet - trotz aller aktuellen und künftigen Herausforderungen. «Wir sind in Bedrängnissen, aber wir blicken hoffnungsvoll in die Zukunft», sagt der Bischof der drittkleinsten deutschen Diözese. Weniger Gläubige, Strukturreform und Corona-Pandemie beschäftigten Kirche und Christen. Timmerevers erinnert daran, dass sich Ausnahmesituationen «wie ein roter Faden» durch die Bistumsgeschichte ziehen: Nationalsozialismus, Weltkrieg, Flüchtlingszug aus dem Osten, DDR und Friedliche Revolution.

«Die Fragen, die sich in ganz Deutschland stellen, stellen sich auch bei uns», sagt er und verweist auf eine Kirche schon immer mit kleiner Mitgliederschar. «Es ist eine doppelte Diaspora, wir leben auch als evangelische und katholische Christen gemeinsam in einem Land, in dem annähernd 80 Prozent der Menschen sich nicht zu einer Religion bekennen.» Das an sich sei schon eine große Herausforderung.

Das Bistum Meißen wurde ursprünglich 968 gegründet, bestand aber nur bis 1581. Infolge der Reformation wurde es unter die Administratur von Kursachsen gestellt, Klöster und Stifte säkularisiert. 340 Jahre später, am 24. Juni 1921, erhob Papst Benedikt XV. die Apostolische Präfektur Meißen wieder zum Bistum Meißen, der heutigen Diözese Dresden-Meißen.

Mut machen dem gebürtigen Niedersachsen Menschen, die sich auf die Suche machen und taufen lassen, begleitet von gläubigen Christen. «Das ist auch eine kleine Wirklichkeit in unserem Bistum», sagt er. «Machen kann man das nicht, aber ich glaube daran, dass der Auferstandene selbst als Herr der Kirche Menschen bewegen, anziehen kann.» Gläubige hätten die Aufgabe, Paten und Begleiter zu sein und «Zeugnis zu geben von unserer Hoffnung, die wir im Herzen tragen».

Das durch Corona «sehr dünn» gewordene Gemeindeleben brauche neue Ansätze und Wege, um es nach der Pandemie zu aktivieren. Das Digitale könne helfen, beieinander zu bleiben und in Kontakt zu sein, «aber das ersetzt nicht die wirkliche Gemeinschaft». Es könne künftig dort eine Brücke sein, wo in weiter Fläche nur Wenige verstreut zuhause seien, um den Anschluss nicht zu verlieren. «Eine Taufe oder Firmung per Video wird es allerdings auch in Zukunft nicht geben.»

Laut Timmerevers hat das Bistum nach 1990 durch Zuzug von Katholiken aus den westdeutschen Bundesländern profitiert. «Vor einigen Jahren hatten wir sogar einen leichten Aufwärtstrend an unseren Katholikenzahlen.» Der 68-Jährige, seit 2016 Bischof von Dresden, schaut optimistisch in die Zukunft. Mut mache ihm auch, dass Kinder Freunde mitbringen, die dann Kirche und Glauben kennenlernen können. Und auch der Dienst in den Einrichtungen wie Schulen oder der Caritas werde ungebrochen sehr geschätzt.

«Das sind keine Orte, an denen der Taufschein am Ende ausgestellt wird, aber wir sind als Christen dort ansprechbar und erlebbar.» Und das sei immer ein Anfang. «Evangelisierung kann man schlecht organisieren, der Weg des Heiligen Geistes in die Seele der Menschen braucht Begleitung.» Timmerevers setzt auf das vorgelebte Bekenntnis zum Glauben und die Anziehungskraft der Gemeinden. «Klassische Missionierung - wie in der Geschichte der Kirche praktiziert - funktioniert heute nicht mehr.» Mission geschehe heute durch Anziehung und Attraktivität. «Eine Gemeinde hat Ausstrahlungskraft und wirkt, wenn ein gutes Miteinander gelungen ist von denen, die schon immer da waren, und denen, die hinzugekommen sind.»

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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