Der Dachverband der Friedhofsvereine in Deutschland hat sich angesichts überlasteter Krematorien in der Corona-Pandemie für mehr Erdbestattungen ausgesprochen. Mit Blick auf die Friedhofskultur sei jede Verschiebung einer Bestattung - zumal aus technischen Gründen - nachteilig, sagte Vereinsvorsitzender Andreas Morgenroth am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden: «Es ist vielmehr zur Bewältigung der Trauer wichtig, dass Todes- und Bestattungszeitpunkt möglichst nahe beieinander liegen.»
Zuletzt hatten Bilder voller Totenhallen vor allem in Sachsen für Unruhe gesorgt. Die Städte Dresden und Zittau lagern Särge inzwischen in anderen Hallen, weil die Krematorien mit der Einäscherung nicht mehr nachkommen. Der Freistaat ist derzeit auf Hilfe von Krematorien in anderen Bundesländern angewiesen. Die Feuerbestattung von Toten hat in Ländern wie Sachsen eine lange Tradition. Nach Angaben der Bestatterinnung werden hier 80 bis 90 Prozent der Toten eingeäschert. Letztlich hängt das vom Willen des Gestorbenen ab.