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Städte wollen neue Konzepte für öffentlichen Toilette

Blick auf die Tür einer öffentlichen Toilette. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Blick auf die Tür einer öffentlichen Toilette. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Sachsens große Städte sind für die kleinen menschlichen Bedürfnisse in der Regel gerüstet. Allerdings sind die stillen Örtchen nicht immer leicht zu finden. Jetzt wird an einer Verbesserung gearbeitet.

Sie reinigen, desinfizieren und trocknen sich automatisch selbst: Die öffentlichen Toiletten in den großen sächsischen Städten sind zumeist hygienisch und modern. Mit neuen Konzepten und Betreibern soll das Angebot jetzt weiter verbessert werden, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. In Dresden stehen nach Angaben der Stadt für dringende Bedürfnisse 85 Örtlichkeiten zur Verfügung - wenn sie denn zu finden sind. Aus Sicht des Tourismusverbandes Dresden sollte das Netz an öffentlichen Toiletten vor allem an touristischen Schwerpunkten in der Innenstadt weiter ausgebaut und ausgeschildert werden.

Von den 85 öffentlichen Toiletten in Dresden befinden sich jedoch nur 10 in städtischer Hand - eine weitere werde gerade gebaut, hieß es. Für Reinigung, Kontrolle, Bestückung fallen jährlich etwa 216.000 Euro an. Hinzu kommen die Kosten für Strom, Wasser und Abwasser. Reparaturen, Wartung sowie die Beseitigung Vandalismusschäden kosten weitere rund 17.000 Euro.

21 Toiletten befinden sich in städtischen Gebäuden wie Rathaus, Bürgerämtern und Bibliotheken. 37 weitere in Einkaufszentren sowie in bestimmten Cafés, Restaurants und Tiefgaragen sind zwar privat, dürfen aber von Dresdnern und Besuchern der Stadt mit genutzt werden. So ganz eilig sollten es die Betroffenen aber nicht haben, wenn sie das nächste Örtchen erst im Themenstadtplan im Internet oder der DresdenApp suchen müssen. Laut Stadt sollen die Toiletten künftig in ein einheitliches touristisches Leitsystem eingebunden werden.

18 Toiletten sind in Rahmen von Werbeverträgen von Unternehmen aufgestellt worden und befinden sich unter anderem in Reklame-Säulen. Diese Toiletten fallen bis Ende 2022 weg, weil die Verträge neu ausgeschrieben werden. Die Auswahl der künftigen WC-Standorte sei noch nicht abgeschlossen, hieß es. 12 sind im Gespräch. Wie viele öffentliche Toiletten es in Dresden künftig überhaupt geben soll, ist Teil eines Konzeptes, das gerade erarbeitet werde.

Laut der stellvertretenden Vorsitzenden des Tourismusverbandes Dresden, Carola Knipping, sind Dichte und Kapazitäten an öffentlichen Toiletten in der Dresdner Innenstadt «nicht ausreichend». Wenn man sich ansehe, wie andere Länder wie etwa die USA aufgestellt seien, erschließe sich nicht, warum das Thema so «stiefmütterlich» behandelt werde, sagte die Gästeführerin. Vor allem für größere Reisegruppen und Schulklassen sei es schwierig. So verfüge etwa die Toilettenanlage auf dem Parkplatz unter der Carolabrücke in der Altstadt über nur zwei Damentoiletten.

«Bei einer Gruppe von 50 Reisenden kann das dann schon eine Weile dauern», so Knipping. Und auch wenn viele Gastronomen sehr entgegenkommend seien, so könnten doch große Gruppen nicht einfach in deren Restaurants einfallen. Aus touristischer Sicht brauche es mindestens zwei bis drei dezentrale Stationen für Reisebus-Ankünfte mit ausreichend Toiletten-Kapazitäten für größere Gruppen.

In Leipzig ist es mit öffentlichen Toiletten aktuell nicht weit her. Die Werbeverträge für den öffentlichen Raum von Anfang der 1990er Jahre sind ausgelaufen. Der Betreiber hatte unter anderem auch Haltestelleunterstände sowie 17 öffentliche Toiletten unterhalten. Als der Vertrag ausgelaufen war, hatte er die Klosetts weggeräumt.

Jetzt werden die 20 Toiletten des neuen Betreibers nach und nach aufgebaut. In diesem Jahr seien 14 geplant, hieß es. Zudem hat der Stadtrat die Verwaltung mit einem Toilettenkonzept «für einen größeren Bedarf» beauftragt. «Dieses ist bereits erarbeitet, bedarf aber noch letzter verwaltungsseitiger Abstimmungen zur Umsetzung», hieß es in der Stadtverwaltung.

Neun öffentliche WC-Anlagen bewirtschaftet ein Werbeunternehmen in Chemnitz. Die Stadt zahlt Strom und Wasser. Nach 21.800 Euro im Jahr 2019 ging der Betrag im Corona-Jahr 2020 auf 18.700 Euro zurück. Zudem können die Chemnitzer auch die Toiletten des Alten Rathauses, Warenhäuser oder der Einkaufsgalerie Roter Turm nutzen.

Stadt Dresden

Tourismusverband Dresden

Stadt Leipzig

Stadt Chemnitz

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH