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SLTW19: Der Wahlkampf aus Sicht des Nicht-Politikers Thomas Weidinger

31.08.2019 von

Foto: v.l. Thomas Weidinger, Robert Baier, Reinhard Bohse (Bild: Thomas Weidinger)

Wenn man den Medien glaubt, dann ist unser Sachsen ein Land voll mit Nazis, die unbedingt die AfD wählen wollen, weil sie gegen Ausländer sind und Merkel entmachten wollen. Doch ganz so einfach kann es nicht sein und ist es auch nicht, davon ist Thomas Weidinger überzeugt. Ein großgewachsener Mann, der es nochmal wissen wollte und einen anderen Weg eingeschlagen hat – weg von Robe und Zivilgesetzbuch, hin zur türkisfarbenen Theke mit drei Meter Strandflagge. Thomas Weidinger hat sich entschieden für die FREIEN WÄHLER in Leipzig anzutreten.

Warum?

Thomas Weidinger: "In die Politik bin ich gegangen, weil ich es für erforderlich halte, dass Politik von Menschen gemacht werden sollte, die einen Beruf gelernt haben, entsprechende Erfahrungen nachweisen können und damit wirtschaftlich unabhängig sind. Außerdem gefällt mir das Modell in Bayern sehr gut, in der es eine bürgerliche Regierungskoalition ohne Beteiligung der AfD gibt."

Seit sieben Wochen kennt er nix anderes mehr als Wahlkampf, Wahlkampf, Wahlkampf und unterschiedliche Treffen mit anderen FREIEN WÄHLERN.

Was haben Sie in der Zeit gelernt?

Thomas Weidinger: „Nach mehreren Wochen auf der Straße zeigt sich im Gespräch mit den Menschen, dass diese enttäuscht, verärgert und zum Teil verbittert sind über die Politik, die von den großen Parteien in den letzten Jahren gemacht wurde. Aus dieser Verärgerung entspringt der Wunsch, den großen Parteien einen Denkzettel zu verpassen. Für diesen Denkzettel ist die Wahl der AfD für viele ein probates Mittel.

Allerdings ist das Ergebnis dieses Denkzettels nicht im Interesse des bürgerlich konservativen Wählers, denn je stärker die AfD wird, desto mehr Stimmen fehlen in der Mitte. Das führt unweigerlich dazu, dass eine Regierungsbildung in Sachsen nur mit den Grünen funktioniert und das möchte ich gern verhindern.“

Warum?

Thomas Weidinger: „Bei den Freien Wählern spielt die Frage des bewussten Umgangs mit Natur und Umwelt auch eine große Rolle. Sie ist bei uns aber kein heiliges Ziel, dem wir alles unterordnen, sondern Bestandteil unseres täglichen Tuns. Wir sehen den Erhalt der Schöpfung und der Lebensgrundlagen als große Verantwortung. Es ist aber keine Gesinnung, der wir alles andere Leben unterordnen. Entscheidend ist, immer innerhalb des Dreiecks Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft vernünftig und maßvoll zu handeln. Man könnte auch sagen, dass wir eine Wirtschaft befürworten, die sich der Natur und den Menschen gegenüber verantwortlich zeigt. Auch Wirtschaft ist keine Mission sondern Bestandteil unseres Lebens. Außerdem verzichten wir darauf, anderen Menschen unsere persönlichen Weltanschauungen aufs Auge zu drücken. Politik hat nicht die Aufgabe, Menschen zu erziehen. Von einer Öko Diktatur halten wir nichts. Von der Entfaltung des Mittelstandes, der Unterstützung mündiger Bürger und der ausgewogenen Meinungsbildung nach neustem Stand der Wissenschaft hingegen halten wir viel. Wir sind Traditionen verpflichtet, schätzen unsere Unabhängigkeit als Mensch und als Staat.“

Wenn man den aktuell noch geltenden Koalitionsaussagen der CDU glauben darf, wird es keine schwarz-blaue Regierung geben. Darum sieht Weidinger in den FREIEN Wählern eine Alternative zur Protest-Alternative. „Jede Stimme, die statt bei der AfD bei den FREIEN WÄHLERN landet und dazu führt, dass die FREIEN WÄHLER in den neuen sächsischen Landtag einziehen, stärkt nicht nur die bürgerliche Mitte, sondern führt dazu, dass eine Regierungsbildung mit den FREIEN WÄHLERN erfolgt“, ist sich Weidinger sicher.

Thomas Weidinger kommt von der bürgerlichen Seite unserer Gesellschaft und will jetzt gute Politik für die Bürger machen und nicht über ihre Köpfe hinweg entscheiden.  

Was werden Sie im Landtag ändern?

Thomas Weidinger: „Falls die Freien Wähler den Einzug in den Landtag schaffen und davon gehen wir fest aus, wird es zunächst darum gehen einen neuen Politikstil zu etablieren. Wir reden mit allen, akzeptieren dass andere Menschen unterschiedliche Meinungen haben und versuchen sachorientierte Lösungen zu finden ohne dabei ideologisch zu Werke zu gehen. Die Diskreditierungs- und Empörungskultur muss ein Ende haben.“

Hinweis:
Am 1.9.2019 wählen die Sachsen einen neuen Landtag und DieSachsen.de bittet jeden von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

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