Eine Woche lang haben Sachsens Bauern vielerorts Autobahnauffahrten und wichtige Straßen mit ihren Traktoren versperrt - nun tragen sie ihren Protest nach Berlin. Mit 1000 bis 2000 Fahrzeugen aus Sachsen rechnet der Landesbauernverband am Montag bei der Großdemo am Brandenburger Tor. Danach müsse den politisch Verantwortlichen Zeit gegeben werden, Ergebnisse zu liefern, die annehmbar seien, sagte Verbandspräsident Torsten Krawczyk am Freitag in Limbach-Oberfrohna. Daher seien seitens des Verbandes bis Anfang Februar keine weiteren Blockaden geplant.
Der Zorn der Bauern hat sich an geplanten Kürzungen von Subventionen entzündet. Die Bundesregierung will die Begünstigung für Agrardiesel schrittweise abschaffen. Aus Protest dagegen errichteten Landwirte seit Wochenbeginn vielerorts mit ihren Traktoren Blockaden.
Dass die Ampelkoalition einen Teil ihrer Kürzungspläne zurückgenommen hat, reicht den Bauern nicht. «Wir fordern weiterhin eine hundertprozentige Rücknahme der geplanten Kürzungen», sagte der Sprecher der Vereinigung LSV (Land schafft Verbindung), Robert Erdmann. In diesem Punkt könne es aus Sicht der Landwirte keinen Kompromiss geben. Das wäre ein Schlag ins Gesicht all jener Bauern, die eine Woche lang bei Minusgraden im ganzen Land demonstriert hätten, sagte Erdmann.