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Parteien warnen vor Überlastung der Tierheime

Ein Hund blickt aus dem Zwinger eines Tierheims. Foto: Rainer Jensen/dpa
Ein Hund blickt aus dem Zwinger eines Tierheims. Foto: Rainer Jensen/dpa

In der Pandemie wirkten Tierheime manchmal wie ausgefegt. Viele Leute wollten im Homeoffice zumindest Katze oder Hund an ihrer Seite haben. Mit dem Abflauen der Pandemie wird nun eine Rückgabewelle befürchtet.

Vielen Haustieren droht nach dem Ende der Corona-Pandemie ein ungewisses Schicksal. Darauf haben alle Fraktionen im Sächsischen Landtag am Freitag bei einer Debatte aufmerksam gemacht. Es sei zu befürchten, dass Tierheime am Ende mit einer Flut ausgesetzter oder abgegebener Tiere überfordert sind, sagte Linke-Parteichefin Susanne Schaper. Auch Abgeordnete anderer Parteien gingen von einer Rückgabewelle aus. Dabei seien Tierheime durch sinkende Spenden und dem Wegfall von Einnahmemöglichkeiten wie etwa durch eine Hundeschule ohnehin schon gebeutelt, hieß es.

Schaper forderte die Landesregierung auf, mehr für den Tierschutz zu tun. Der Freistaat habe das Thema an freie Träger oder Ehrenamtliche delegiert, ohne ausreichende Mittel bereitzustellen. «Zum Sterben zu viel, aber zum Leben zu wenig», brachte es die Politikerin auf den Punkt. Ohne die Hilfsbereitschaft der Bürger wäre der Tierschutz tot: «Tierschutz ist kein Orchideen-Thema», sagte Schaper. Es sei in der Verfassung des Freistaates als Staatsziel verankert. Die Linke hatte die Debatte unter das Motto «Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit» gestellt - ein Zitat des Arztes und Philosophen Albert Schweitzer.

Ines Saborowski (CDU) appellierte auch an das Verantwortungsbewusstsein der Tierhalter. Haustiere seien auch nach der Pandemie auf deren Fürsorge angewiesen. Zwar erleichtere das Homeoffice die Haltung von Tieren. Die Leute sollten sich aber fragen, ob ein Tier auch zu ihrem Lebensstil passt. Und sie müssten daran denken, dass es zu immensen Arztkosten kommen kann. Die Krise habe einen regelrechten Haustierboom ausgelöst. Hundewelpen seien gefragt wie nie. Das öffne dem illegalen Tierhandel Tür und Tor. Viele der Welpen würden aus Osteuropa stammen und unter bedenklichen Umständen aufwachsen.

Schaper forderte ein Komplettverbot des Handels mit Tieren im Netz oder zumindest eine Regulierung. Auch Vertreter anderer Fraktionen warben für eine Beschränkung des Tierhandels im Internet.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH