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Neuer Lernort für Schüler im früheren DDR-Polizeigefängnis

dpa / Christoph Soeder
dpa / Christoph Soeder

Das einstige DDR-Polizeigefängnis in Berlin wird ab Montag nach jahrelanger Hängepartie zum Lernort für Schüler. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) eröffnet die Erinnerungsstätte (11.00 Uhr) nahe dem Alexanderplatz. Junge Menschen können sich dort künftig laut Senatorin mit staatlicher Willkür und Repression in der DDR auseinandersetzen. Daneben sind Führungen für interessierte Besucher durch das Gebäude geplant.

Seit Jahren wurde um die Nutzung des mehrgeschossigen Baus gerungen. Der rot-rot-grüne Senat hatte im Vorjahr beschlossen, dass das Gefängnis zu einem Erinnerungsort für alle ausgebaut werden soll.

Nach früheren Angaben der Bildungsverwaltung ist ein für die gesamte Öffentlichkeit zugänglicher Geschichtsort erst ab 2022/23 realistisch. Dafür müssten Millionen Euro in die Hand genommen werden. Zunächst wurde nun eine Etage des mehrgeschossigen Baus an der Keibelstraße hergerichtet. Ursprünglich sollten schon im Dezember erste Schulklassen kommen.

Das frühere DDR-Polizeipräsidium mit seinem Gefängnistrakt war berüchtigt und gefürchtet. Auch der Maler Norbert Bisky, Rock-Musiker Tony Krahl, die Mutter des letzten erschossenen DDR-Flüchtlings Chris Gueffroy, Karin Gueffroy, und der Journalist Alexander Osang wurden in der Keibelstraße «zur Klärung eines Sachverhalts» verhört.

Bei der Vorstellung der Pläne im August 2018 hieß es, vorrangig Schüler ab Klasse neun könnten sich in Seminaren und bei Projekttagen zu Volkspolizei, Widerstand und Opposition informieren. Maximal zwei Lerngruppen pro Tag könne der Ort verkraften.

Das Gefängnis war laut Bildungsverwaltung für rund 200 Häftlinge ausgelegt, es gab Ende der 1970er Jahre etwa 130 Zellen. Häftlinge wurden von hier auf andere Gefängnisse verteilt.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: dpa / Christoph Soeder