Der Bund der Steuerzahler in Sachsen hat in seinem Schwarzbuch erneut krasse Fälle von Geldverschwendung öffentlich gemacht. Der Negativpreis «Schleudersachse» gehe in diesem Jahr an die Stadt Leipzig, teilte der Steuerzahlerbund am Mittwoch mit. Die Messestadt habe 2014 einen Gebäudekomplex für 500.000 Euro veräußert und nun beschlossen, ihn für rund 15 Millionen Euro zurückzukaufen, um Flüchtlinge unterzubringen. Dabei hätten schon 2014 Fachleute vor einem möglichen Schaden in Millionenhöhe gewarnt, weil das Grundstück später noch einmal gebraucht werden könnte. Nun entspreche der Preis für den Ankauf dem 30-fachen des damaligen Verkaufserlöses.
Der Leipziger Sozialbürgermeister Thomas Fabian erinnerte daran, dass die Unterbringung Schutz- und Asylsuchender eine kommunale Pflichtaufgabe sei. «In diesem Jahr hat die Anzahl von Geflüchteten aus verschiedenen Ländern wieder erheblich zugenommen. Die Stadt Leipzig musste daher sehr kurzfristig weitere Unterbringungsmöglichkeiten schaffen. Freie Plätze in Gemeinschaftsunterkünften und leere Wohnungen sind kaum noch vorhanden.» Deshalb sei die Kaufentscheidung für das inzwischen durch den privaten Eigentümer für eine Nutzung als Gemeinschaftsunterkunft hergerichtete Objekt erfolgt. Leipzig unternehme große Anstrengungen, um die Nutzung von Sporthallen für eine Unterbringung von Geflüchteten zu vermeiden.