Zum Tag der Deutschen Einheit hat Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler zu mehr Gemeinsamkeit aufgerufen. «Wir brauchen mehr Miteinander und kein Gegeneinander, wir brauchen mehr Gemeinsinn», sagte er bei der Feierstunde zum 32. Jahrestag der Wiedervereinigung am Montag im Parlament in Dresden. Eine intakte Bürgergesellschaft brauche Menschen, die sich nicht nur um die eigenen Angelegenheiten kümmerten, sondern auch das Gemeinwohl im Auge hätten. «Die vom Soziologen Andreas Reckwitz diagnostizierte Gesellschaft der Singularitäten scheint bittere Realität, sie zeigt, wie schwierig es oftmals ist, sich auf den gemeinsamen Nenner zu verständigen.»
Der gesellschaftliche Zusammenhalt, das Miteinander, seien spürbar herausgefordert, sagte Rößler unter Verweis auf tiefe Gräben, verhärtete Positionen, unversöhnliche Meinungen. Das beunruhige zutiefst. «Kompromissfähigkeit und gegenseitige Akzeptanz trotz unterschiedlicher Standpunkte lassen sich lernen», sagte er, «noch immer wohl eher im Sportverein, im Kirchenchor oder bei der Freiwilligen Feuerwehr, und nicht so sehr im Internet und in den sogenannten sozialen Medien».