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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Landarztquote in Sachsen: Bewerbungsphase ab 1. April

Sachsen setzt auf viele Bewerbungen zur Ausbildung von Landärzten. Sie hoffe, dass alle Studienplätze schon in der ersten Runde besetzt werden können, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Donnerstag im Landtag. Ab 1. April kann man sich für die rund 40 Plätze bewerben. Sie unterliegen nicht dem Numerus clausus wie sonst beim Studium der Humanmedizin. Dafür verpflichten sich die Studierenden, mindestens zehn Jahre in einer Region mit Ärztemangel zu arbeiten. Wer den Vertrag nicht einhält, muss 250.000 Euro zahlen. Der Landtag hatte 2021 dazu das Landärztegesetz verabschiedet. Die Bewerbungsfrist endet am 15. April.

Köpping erinnerte daran, dass die Quote nur ein Baustein im 20-Punkte-Programm zur medizinischen Versorgung bis zum Jahr 2030 ist. Sie bedauerte, dass ein Teil der Mediziner mit ausländischen Wurzeln Sachsen wieder verließ - «weil sie eben hier nicht die Willkommenskultur gefunden haben, die sie brauchen, um ihre Tätigkeit auszuüben. Das ärgert mich massiv». Laut Köpping stammen derzeit 14,4 Prozent der Ärzteschaft aus dem Ausland.

Simone Lang (SPD) sprach auch über die Vorzüge einer Praxis auf dem Lande. «Die Verbundenheit und das Vertrauen zu den Patientinnen und Patienten ist sehr groß.» Es gebe die Möglichkeit, Patienten über viele Jahre zu begleiten, ihre Lebensumstände kennenzulernen und ein Verhältnis aufzubauen. «Und diese Tätigkeit geht oft mit sehr viel Dankbarkeit der Menschen vor Ort einher.»

CDU-Gesundheitspolitiker Alexander Dierks bezeichnete die medizinische Versorgung als eine der größten Herausforderungen in Sachsen. Man könne nur Anreize schaffen, am Ende bleibe die Freiheit der Berufswahl. Es gebe nicht die eine Patentlösung, um das Problem zu lösen. Man müsse das immer wieder steuern.

André Wendt (AfD) monierte, dass ein früherer Antrag seiner Partei für die Landarztquote durchfiel. Sie komme nun fünf Jahre zu spät. Inzwischen gebe es in Sachsen 435 unbesetzte Arztstellen, 85 Prozent davon bei Hausärzten. «In den Regionen Frankenberg-Hainichen, Reichenbach, Stollberg, Torgau, Weißwasser und Werdau besteht bereits eine Unterversorgung. In weiteren 23 Regionen droht sie.»

Susanne Schaper (Linke) bezweifelte die Wirksamkeit der Quote. «Wir sind skeptisch, auch weil wir frühestens in zehn Jahren absehen können, ob sie den Mangel überhaupt lindern kann. Man sollte lieber die Niederlassungen attraktiver machen. Es sei eine Zumutung, sich schon am Anfang des Studiums für eine Fachrichtung entscheiden zu müssen. Die Vertragsstrafe könne zu einer sozialen Spaltung führen. Denn es gebe die Möglichkeit, sich freizukaufen.

Grünen-Politikerin Kathleen Kuhfuß forderte mehr Perspektiven für junge Ärzte. Es gebe eine Tendenz bei jungen Medizinern, sich anstellen zu lassen. Nicht jeder wolle das unternehmerische Risiko einer eigenen Praxis auf sich nehmen. «Nicht jeder möchte für sich in seiner Praxis alleine arbeiten», sagte die Parlamentarierin.

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