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Protest gegen Kiesabbau bei Radeburg: Camp droht Räumung

Ein Protestcamp gegen die Rodung eines Waldstücks in der Nähe von Ottendorf-Okrilla für den Kiesabbau soll beseitigt werden. Die Beseitigung wurde vom Landratsamt Bautzen «im Zusammenhang mit Gefahrenstellen, die sich aus der aktuellen Versammlung ergeben» angeordnet, wie die Behörde am Montag auf Anfrage mitteilte. Die gesetzte Frist zum Verlassen des Gebietes endete am 23. Januar. «Wie es danach weitergeht, befindet sich derzeit in Abstimmung.»

Die Grüne Jugend Sachsen protestierte gegen die geplante Räumung. Diese erwarten die Aktivisten nach einer juristischen Auseinandersetzung in den kommenden Tagen. Es gebe «mit allen in Frage kommenden Verantwortungsträgern» Gespräche bezüglich eines möglichen Polizeieinsatzes in der Laußnitzer Heide, teilte die Görlitzer Direktion auf Anfrage mit.

Die seit September 2021 laufende Besetzung steht unter dem Motto «Heibo bleibt», benannt nach dem Waldstück: Heidebogen. «Die angedrohte Räumung des Heibo ist völlig überzogen und wirkt politisch motiviert. Es besteht keine Notwendigkeit wegen eines Ofens und ein paar Baumhäusern die komplette Besetzung zu räumen», sagte Grüne Jugend-Landessprecherin Charlotte Henke. Deshalb verlange man eine Aussetzung der Räumung. Angesichts offener Fragen und der weiter bestehenden Bedrohungen der Moore fordere man alle Beteiligten auf, den Kiesabbau zu stoppen.

«Der Schutz von Mooren sollte in Zeiten der Klimakrise eine absolute Selbstverständlichkeit sein. Dazu kommt, dass die Betonproduktion zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze unverzüglich drastisch reduziert werden muss und damit auch der Bedarf an Kies drastisch zurückgeht. Auch vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit des Kiesabbaus», sagte die Landessprecherin.

Die betroffene Waldfläche ist Eigentum des Freistaates, der sie gemäß der Anfang der 1990er Jahre geschlossenen Verträge gerodet an das Unternehmen KBO Kieswerk Ottendorf-Okrilla übergeben muss. «Wir nehmen die Baumbesetzer zur Kenntnis», teilte eine KBO-Sprecherin auf Anfrage mit. Man sei mit der Bürgerinitiative als Vertretung der «eher kritischen» Bürgerschaft, Kommunen und Umweltorganisationen im Austausch. «Dabei streben wir einen konstruktiven, fairen und friedlichen Austausch an.»

Die KBO verweist darauf, dass mit den heimischen Vorkommen von Kies und Sand für benötigte Baustoffe Importe entfallen und kurze, umweltfreundliche Lieferwege bestünden. Der Tagebau Würschnitz werde schrittweise gemäß strenger Auflagen der Genehmigungs- und Umweltbehörden und des Forstes erweitert, unmittelbar mit dem Übergang zum nächsten Abschnitt beginne die Rekultivierung der abgebauten Fläche. Diese würden der Natur schnellstmöglich zurückgegeben und Wald aufgeforstet, der künftig besser mit dem Klimawandel zurechtkomme.

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