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Dresdner Gastmahl für Vielfalt: Rekord zum Brückenschlag

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zeigt einen Daumen nach oben. / Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zeigt einen Daumen nach oben. / Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild

Das sechste Gastmahl «Dresden is(s)t bunt» verbindet in diesem Jahr die beiden Elbufer in der Stadt. Am 5. September bilden 240 Tische eine 340 Meter lange Festtafel auf der Augustusbrücke. Das gemeinsame Essen soll ein Bekenntnis der Zivilgesellschaft zu Vielfalt und Weltoffenheit sein, wie die Organisatoren am Montag mitteilten. Zwischen verschiedenen Herkünften oder Lebensanschauungen in der Stadt sollten Brücken geschlagen werden, sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Beim Gastmahl könne man «auf angenehm kulinarische Weise das vermeintlich Fremde kennenlernen und ins Gespräch kommen».

Mit 113 Kulturpartnern und 76 Sponsoren beteiligen sich so viele Akteure wie nie an der Veranstaltung. Museen und Theater, Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Religionsgemeinschaften, Vereine, Wissenschaftsinstitute, Stadt und Land sowie Unternehmen sorgen dafür, dass vom Schlossplatz bis zum Goldenen Reiter getafelt, getanzt und gespielt wird.

Mitinitiator Gerhard Ehninger von der federführenden Cellex Stiftung sprach von einer «Gemeinschaft in Vielfalt». Diese werde gerade jetzt gebraucht. «Wir müssen zusammenstehen, uns unterhaken und die Probleme lösen, die auf uns zukommen.» Der Brandanschlag auf eine Geflüchteten-Unterkunft in Leipzig mache deutlich, wie wichtig diese Gemeinschaft für ein friedliches Dresden sei, «das nicht nur durch negative Nachrichten von sich reden macht».

Hilbert verwies auf das zivilgesellschaftliche Engagement gegen den Missbrauch des Montags in der Stadt. Das sei in einer Zeit, wo den Menschen wegen des Krieges viel zugemutet werde, «alles andere als selbstverständlich».

Das Gastmahl «Dresden is(s)t bunt» wurde 2015 erstmals ausgerichtet, um dem verbal lauten Protest von Pegida das eher still gelebte Miteinander entgegen zu stellen. Nach Ansicht von Ehninger muss die schweigende Mehrheit lauter werden - damit Dresden lebenswert bleibe für die, die flüchten müssten oder aus privaten und beruflichen Gründen hierherkämen.

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