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Der Islam und andere Religionen in Dresden - Eine Randerscheinung.

Mit der anhaltenden Diskussion rund um den vermeindlich über Deutschland hereinbrechenden Islam, die Dominanz von arabischen Familien in der "Unterwelt" deutscher Großstädte und die wachsende Vielfalt religiöser Gruppen in einem Flucht- und Zuwanderungsland Deutschland wird es um so wichtiger sich mit den aktuellen Debatten objektiv auseinanderzusetzen.

 

> In Dresden soll eine Moschee gebaut werden, wie religiös ist Dresden eigentlich, und wieviel Muslime leben hier?
> Der CDU-Fraktionschef Kauder fordert Überwachung von Moscheen.
> Die AFD will MInarette verhindern.

 

In den vergangenen Wochen war das Aufhorchen groß, als die Ahmadiyya Gemeinde bekannt gab, dass sie plant in Dresden eine Moschee zu errichten. Gerade einmal 60 Mitglieder hat diese Religionsgemeinschaft in Dresden, die zwar noch keine konkreten Pläne hat, aber bereits mit der Stadt im Gespräch ist und Grundstücke sucht. Die Ahmadiyya Gemeinde ist eine islamische Sondergemeinschaft mit Wurzeln in Indien, und an sich gerade erst knapp 100 Jahre alt. Die Moschee in Berlin Wilmersdorf ist die älteste erhaltene Moschee in Deutschland, und ist ein Gotteshaus der Ahmadiyya Gemeinde. Bis sich in Dresden eine Moschee erhebt, wird es aber noch dauern. So kann sich die Stadtgesellschaft an den Gedanken gewöhnen, dass möglicherweise nicht nur Kirchtürme im Stadtbild auftauchen sondern auch Minarette und Kuppeln von Moscheen.

Dresden hat viele Kirchen und trotzdem ist die Religiösität der Dresdner nicht immens. Die Stadtgesellschaft braucht sich nicht vor zu viel Religiösität im Stadtbild fürchten. Statistiken zufolge ist gerade mal jeder 5. religiös gebunden, 80% der Dresdner übt keine Religion aus. Von den restlichen 20 Prozent sind sind 15,4 % der Bewohner evangelisch, weitere 4,6 % römisch-katholisch und etwa 1000 Angehörige der russisch-orthodoxen Kirche. Die jüdische Gemeinde und die islamische Gemeinde ist in den letzten Erhebungen kaum messbar. Circa 730 Juden leben anderen offiziellen Angaben zu Folge in Dresden, die seit 2001 wieder eine große neu errichtete Snyagoge am Hasenberg als religiöses Zentrum besitzen. 

Die christilichen Religionsgemeinschaften beschränken sich nicht nur auf die katholischen und Evangelisch-Lutherischen Christen, es gibt auch weitere evangelische Freikirchen wie die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), die Elim-Gemeinde, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehört, Evangelisch-methodistische Kirche, Evangelisch-Mennonitische Freikirche, Freie evangelische Gemeinden (FeG), Heilsarmee, Herrnhuter Brüdergemeine, Adventgemeinden. Eine Vielzahl von kirchlichen Richtungen, die im Alltagsleben der Dresdner nicht auffallen, und aufgrund der klaren säkularen Trennung sich auf den privaten Bereich beschränken.

So verhält es sich auch mit dem Islam in Dresden, die Höhe der praktizierenden Gläubigen ist gering - aber leider auch sehr intransparent. Auf eine Anfrage von diesachsen.de bei der Landeshauptstadt Dresden, teilte diese mit, dass aus dem Melderegister grundsätzlich die gewünschten Daten zur Anzahl von Muslimen in der Stadt nicht recherchiert werden können. Im Melderegister fallen sämtliche Glaubensrichtungen, die nicht katholisch oder evangelisch sind, unter "Sonstige" und diese Angabe ist freiwillig.

Die LH Dresden teilte zudem mit, dass Anfang 2015 beim Verein "Islamisches Zentrum Dresden
e.V." angefragt wurden war, ob  man eine Aussage machen kann, wieviele Muslime es in Dresden gibt. Zu dieser Zeit wurde die Anzahl auf ca. 3.000 Muslime geschätzt, die in
Dresden leben. Die Islamische Gemeinde Dresden wurde in den 80er Jahren in der DDR von Studenten und Vertragsarbeitnehmern gegründet.

http://izdresden.de/startseite_iz_dresden.php

So wie viele andere Religionen, die in Dresden durch die hier lebenden Menschen ausgeübt werden, ist auch der Islam eher eine Randerscheinung. Ein religiöses Zentrum befindet sich an der Flügelwegbrücke direkt am Flügelweg. Hier befindet sich das Islamische Zentrum Dresden e.V. - ohne dass es bisher jemandem groß aufgefallen ist, das ist der säkulare Alltag in Deutschland, der sich auch den Flüchtlingen und Migranten, speziell aus dem islamischen Raum, eröffnen wird. Die Trennung von staatlichem Alltag, gesellschaftlichem Zusammenleben und religiöser Privatssphäre ist entscheidend für Deutschland. Wenn versucht wird Minarette zu verbieten, den Bau von Moscheen zu reglementieren, macht es das vermeindliche Problem größer als es ist und es wird an der falschen Stelle angesetzt.

 

Fotos: privat