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CDU-Landesgruppenchef: An Menschen im Osten vorbei geredet

Carsten Körber (CDU) spricht. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild
Carsten Körber (CDU) spricht. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

Das schlechte Wahlergebnis der Bundes-CDU im Osten hat nach Ansicht des neuen Chefs der sächsischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Carsten Körber, mit verfehlten Inhalten und Schwerpunkten zu tun. «Wir haben nicht die Themen getroffen und gespielt, die die Menschen im Osten wirklich interessiert», sagte der Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Man habe an den Menschen vorbei geredet. Zu Beginn der Woche hatte Körber Marco Wanderwitz als Landesgruppenchef abgelöst.

Die SPD hatte die Bundestagswahl mit 25,7 Prozent gewonnen, die CDU/CSU landete nach schweren Verlusten mit 24,1 Prozent auf Platz zwei. In Sachsen kam die lange erfolgsverwöhnte Union mit 17,2 Prozent der Zweitstimmen abgeschlagen auf den dritten Platz. Nicht im «schlimmsten Alptraum» so Körber, habe man sich ein solches Ergebnis vorstellen können.

Das Wahlkampfmaterial aus Berlin - etwa zum Thema Klimaschutz - habe nicht die Themen getroffen, die an den Ständen vor Ort eine Rolle gespielt hätten, kritisierte der CDU-Politiker. Als Beispiele nannte er etwa Fragen zur Migrationspolitik oder Mobilität auf dem Land. «Dazu haben wir nicht wirklich etwas gesagt.» Stattdessen habe man Themen in den Mittelpunkt gerückt, die im Osten eher mit negativen Emotionen begleitet würden. Es sei der «schlechteste Wahlkampf» gewesen, den er jemals erlebt habe.

Die CDU-Abgeordneten aus dem Osten müssen aus Sicht des sächsischen Landesgruppenchef künftig enger als bisher zusammen arbeiten und sich strategisch positionieren. «Um überhaupt noch eine Stimme in Berlin zu sein.» Dazu liefen gerade die Abstimmungen, etwa über die Vertretung in den Ausschüssen. Die fünf ostdeutschen Landesgruppen der CDU - mit Berlin - besteht künftig aus 25 Abgeordneten. 2013 seien es allein in Sachsen 17 Abgeordnete gewesen. Nach der jüngsten Bundestagswahl sind es nur noch sieben. «Die Entwicklung ist dramatisch.»

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH