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Bund übernimmt Kernbrennstoffe: Forschungsreaktor Rossendorf

Ein Schild warnt am Absperrzaun vor dem Betreten des Geländes. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Ein Schild warnt am Absperrzaun vor dem Betreten des Geländes. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Der Bund übernimmt die Kernbrennstoffe aus dem früherem Forschungsreaktor Rossendorf bei Dresden. Am Dienstag billigte das sächsische Kabinett einen entsprechenden Vertrag mit dem Bundesumweltministerium. Konkret geht es um 951 abgebrannte Brennelemente in 18 Castor-Behältern. Sie befinden sich seit 2005 im Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus, blieben bisher aber in sächsischer Verantwortung. Sachsen hatte seit Jahren auf eine andere Zuständigkeit gedrängt. Das Bundesumweltministerium ist die oberste Aufsichtsbehörde für alle Kernbrennstoffe in Deutschland.

«Die nun gefundene Lösung ist ein für beide Seiten faires Ergebnis», erklärte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU). Er sei froh, dass nun klare Verhältnisse und Rechtssicherheit herrschen. Laut Ministerium ist die Betriebsgenehmigung für Ahaus bis 2036 befristet. Unter Umständen hätte das eine Rückholung der Brennelemente nach Sachsen bedeutet, was mit immensen Kosten verbunden gewesen wäre. Mit Übertragung der Verantwortung an den Bund können nun alle weiteren Planungen aus einer Hand erfolgen.

Rossendorf war zu DDR-Zeiten ein geheimnisumwobener Ort. In einem Waldstück stand hier ein Forschungszentrum, das wie ein Militärgelände gesichert war. Im Inneren befanden sich kerntechnische Anlagen, darunter der älteste Forschungsreaktor des Landes mit einer Leistung von zehn Megawatt thermischer Leistung - ein Reaktor aus sowjetischer Serienproduktion. Er diente vor allem der physikalischen Grundlagenforschung, für Neutronenstreuexperimente und zur Erzeugung radioaktiver Stoffe.

Nach mehr als 100.000 Betriebsstunden wurde der Reaktor mit dem Kürzel RFR im Juni 1991 abgeschaltet. Außer ihm gab es in Rossendorf noch zwei weitere sogenannte Nullleistungsreaktoren - Anlagen mit sehr geringer Leistung. Die Rossendorfer Reaktoren hatten im atomaren System der DDR eine Sonderstellung. Während die Atomkraftwerke in Lubmin und Rheinsberg Strom ins Netz einspeisten, arbeiteten die Anlagen in Rossendorf allein im Dienste der Wissenschaft.

Nach dem Rückbau der Anlagen wurden die 951 Brennelemente 2005 in Castor-Behältern nach Ahaus abtransportiert. Ursprünglich sollen später in die russische Aufbereitungsanlage Majak gebracht werden. Doch der damalige Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) legte 2010 sein Veto dagegen ein und begründete das mit Zweifeln an der Sicherheit in der Aufbereitungsanlage Majak.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH